Der Versuch einer Kolumne...
vom 17.03.2012, 12:48 Uhr
Samstag, 19:37 Uhr. Der Mass Effect 3 Release liegt nur wenige Tage zurück und ich betrachte mit einem Schmunzeln meinen derzeit meist besuchten Thread: Die Mass Effect 3 Enden. Während ich beinahe ausschließlich negative Meinungen und verbitterte Stimmen höre, versuche ich mich selbst zu trösten, indem ich Word erzähle was ICH (und zwar nur ich und nicht das gesamte Team des ME:U) vom letzten Teil dieser wunderbaren Trilogie halte - Spoiler vorraus!
„Ob du wirklich richtig stehst, siehst wenn das –Rote, Blaue oder Grüne – Licht angeht!“
So der ironische Kommentar, zum Ende der atemberaubenden Mass Effect Trilogie, von einem wütenden Fan der sich dieser Tage im ein oder anderen Forum zu tausenden anderen gesellt.
Das richtige Ende bleibt in diesem Fall Geschmackssache und scheint nach Umfrageergebnissen den der wenigsten zu treffen. Denn richtig oder falsch…Gibt’s irgendwie nicht. Unser lang und aufwändig geformter Shepard hat bei jeder Wahl nahezu identische Zukunftsaussichten, nämlich die zu sterben oder unter Trümmern aufzuwachen, wonach er sich ein „Forever Alone“ Schild um den Hals hängen darf. Gut möglich dass der alte Kumpel Wrex oder Plot Provider Hackett mal sonntags auf einen Kaffee kommen, aber mehr wird es wohl nicht. Nachdem die Massenportale (immer) in die Luft gehen und Joker einen verzweifelten Spurt mit der Normandy verliert, werden unsere gewohnten Crew Mitglieder, Freunde und Romanzen zwar nicht (alle) das zeitliche Segnen, aber um ein Wiedersehen steht es schlecht.
Wo BioWare da die über Dutzend Enden und vor allem die Happy Ends sieht, bleibt der Front der Kritiker schleierhaft, so auch mir. Während die einen nur die Tatsache stört dass es keine blauen Kinder geben wird, schimpfen die andere über schlechte Ausarbeitung der Enden, Verschwörungstheorien und Spekulationen über eine Indoktrination Shepards…oder vielleicht doch alles nur ein Traum? Geklammert wird sich an die Hoffnung auf einen weiterführenden DLC, der durch die ehemalige BioWare Aussage „Es gäbe keine DLC’s welche die Hauptstory weiterführen“ aber für weitere schlechte Laune und Unmut in den Foren sorgen.
Aber sei’s drum – Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und schwammige Aussagen der Entwickler via Twitter und Facebook, die peinlich genau bis ins letzte zerrissen und interpretiert werden, revidieren das auch irgendwie wieder. Statt Stellungnahme bekommen die Spieler zweifelhafte Kommentare von „oben“ und fühlen sich durch Bemerkungen wie „Sie seien alle Schönwetter-Fans“ und ähnliches nicht zu Unrecht auf den Schlips getreten. Es wurde viel versprochen, wobei man den Entwicklern auch tatsächlich gewisse und nicht minder viele Einhaltungen zugestehen muss. Geht es um Romanzen oder allgemeine Interaktionen der Crewmitglieder (!) oder diesen mit Shepard, hat sich einiges getan.
Auch viele andere Darstellungen, man denke an Geth vs. Quarianer oder selbiges mit Turianern und Kroganern, wurde mehr als positiv aufgenommen.
So vertreten auch einige Spieler die Ansicht 90% hui, 10% gewaltig pfui! Hier und da erinnert man sich an TV-Sendungen oder andere Spiele, die der Umsetzung der Mass Effect 3 Enden irgendwie ähneln.

Und wie jedes Mal gibt es auch diesmal Spieler die einen im Schaschliknirvana gestrandeten Joker gar nicht so schlecht oder gar absolut brillant finden. Von moderner Kunst war (wirklich!) auch schon die Rede. Spätestens nachdem das erste Mal die Bezeichnung „Mainstream-Happy-End“ fiel, musste ich mich fragend am Kopf kratzen. Jedenfalls wenn ich an meine unweit zurückliegenden Spielerfahrung denke. Dragon Age 2 hatte kein ultimatives Happy End, zumindest hatten meine Magier nach Hawkes eingreifen auf Templerseite nix mehr zu lachen. Mich kümmerts wenig, denn zumindest der Protagonist samt seiner Liebsten lebt, toll! Und Arthas starb nach Jahren als Lichkönig auch. Absehbar und trotz der vielen Verluste ergreifend und befriedigend, denn das eigentliche und offensichtliche Ziel der Rettung des Landes wurde erreicht.
Das ganze will am Ende (auch für alle die uns Schönwetter-Fans betiteln) vor allem eines heißen: Ja, Mass Effect 3 ist ein tolles, nein sogar atemberaubendes Spiel und würdigt den Abschluss absolut, aber über die Jahre hinweg hat jeder Shepard Spieler sich seine eigenen Ziele gesteckt, was die recht großzügige Entscheidungsfreiheit auch zugelassen hat. Warum also sollte ich genau am Ende stumm auf jedwedes Eingreifen verzichten? Der eine versammelt die ganze Galaxie um sich um am Ende den wundervollen Ausblick auf Rannoch, Seite an Seite mit Tali zu genießen. Der andere verteilt Tritte in den Hintern und nutzt die Kontrolle der Reaper dazu um genau das Wirklichkeit werden zu lassen, was unserem Ex-Arbeitgeber, dem Unbekannten, vorschwebte. Also nein, wir wollen nicht nur Happy Ends, sondern einfach mehr Entscheidungen als die, in welcher Farbe das galaktische Feuerwerk am Ende glitzert.























Was meint ihr?