Die Drell 


Drell sind eine reptilienartige, humanoide Spezies, deren Ursprung die trockene, felsige Welt Rakhana ist. Im Durchschnitt haben Drell eine Lebenserwartung von 85 galaktischen Standardjahren.
Vor rund 800 Jahren, noch bevor die Drell zu interstellaren Flügen fähig waren, wurde ihr karger und rohstoffarmer Heimatplanet in Folge von fataler industrieller Expansion und Überbevölkerung zunehmend lebensfeindlicher. Als die Bevölkerungszahl die kritische Marke von 11 Milliarden erreicht hatte, begann ein erbarmungsloser Kampf um die wenige noch verfügbare Nahrung und das knappe Wasser, und die Drell löschten sich gegenseitig beinahe völlig aus. Übrig geblieben sind einige tausend Drell auf Rakhana sowie einige hundertausend auf Kahje, welche von den Hanar nach dem Erstkontakt mit den Drell kurz vor Ausbruch der Kämpfe um Nahrung und Ressourcen im Laufe von 10 Jahren dorthin gebracht worden sind.
Trotz ihres den Menschen und Asari ähnlichen Aussehens besitzen Drell noch viele Eigenschaften ihrer Reptilienvorfahren: Aufgrund ihres festeren Muskelgewebes sind sie wesentlich stärker und kräftiger als Asari und Menschen. Sie besitzen zwei Paar Augenlider wie Krokodile, von denen eines vertikal und eines horizontal schließt. Ihre reptilienartige Haut sondert ein spezielles Sekret ab, wie es auch manche Krötenarten auf der Erde tun, das beim Kontakt mit menschlicher Haut dort Juckreiz und bei oraler Aufnahme leichte Halluzinationen auslöst. Über ein spezielles Zungenbein in der Kehle ist es einem Drell möglich, seine Kehle aufzublähen und dann vokale Töne zu erzeugen, die von Menschen nicht wahrgenommen werden können.
Eine weitere Besonderheit dieser Spezies ist ihr eidetisches Gedächtnis. Es ermöglicht es ihnen, sich fast an jeden einzelnen Moment ihres Lebens in völliger Klarheit zu erinnern, egal ob es sich um einen unangenehmen oder einen schönen Moment handelt. Diese Erinnerungen, die genauso wie die Realität empfunden werden, können Drell gezielt abrufen, jedoch können sie auch durch äußere Einflüsse unkontrolliert aufkommen.
Da die Drell an das Leben auf einer extrem trockenen Welt angepasst sind, haben sie auf der größtenteils von Ozeanen bedeckten Welt Kahje große Anpassungsprobleme. Um das Risiko zu minimieren von der Kepral-Syndrom genannten, tödlichen Lungenerkrankung befallen zu werden, leben die Drell auf Kahje in einer speziellen Kuppelstadt und versuchen, ihre Wohnungen so trocken wie möglich zu halten.
Bisher haben nur einige tausend Drell Kahje verlassen, um Abenteuer zu suchen oder sich auf neuen Welten niederzulassen, auf denen sie sich dann gut in die vorgefundenen Kulturen integriert haben und ein unauffälliges Leben führen.
Die bei den Hanar lebenden Drell bemühen sich um eine gute Koexistenz mit ihren Rettern und übernehmen für sie Aufgaben, die diese nicht selbst erledigen können. Sie haben sich gut in alle Bereiche der Gesellschaft integriert und gelten als angesehene und produktive Bürger. Lediglich eine Minderheit der Hanar betrachtet sie als Bürger zweiter Klasse.
Einige Drell haben eine so enge, persönliche Beziehung zu den sehr distanzierten Hanar aufgebaut, dass sie sogar das Privileg erlangt haben, deren Seelennamen zu erfahren.
Um die Kommunikation mit den Hanar einfacher zu gestalten – diese kommunizieren untereinander über Biolumineszenz – haben sich einige Drell ihre Augen so modifizieren lassen, dass sie ultraviolettes Licht sehen können (es ist für sie silberfarben), allerdings können sie durch diese Anpassung die Farben Dunkelrot und Schwarz nicht mehr unterscheiden.
Drell sind Anhänger verschiedener Religionen. Viele glauben an die Entflammten, die von den Hanar verehrt werden, oder sie sind Anhänger der Asari-Philosophien. Vor allem die jüngere Drell-Generation wendet sich immer mehr von den Göttern ihrer Vorfahren ab, da sie der Meinung ist, dass diese alten Gottheiten ihnen bei aktuellen Problemen nicht mehr helfen können. Einer, der die alten Götter noch verehrt, ist Thane Krios. So bittet er z. B. Arashu, die Göttin der Mutterschaft und des Schutzes, Amonkira, den Gott der Jäger, oder auch Kalahira, die Göttin der Ozeane und des Jenseits, je nach Situation um Hilfe oder Vergebung.
Unabhängig von der religiösen Ausrichtung glauben Drell an eine Trennung von Körper und Seele und betrachten ihren Körper lediglich als Gefäß für diese. Ist beides im Einklang miteinander, so bilden Körper und Seele eine Einheit; kommt es zu Störungen des einen oder anderen Teils dieses Ganzen, z. B. durch Krankheit oder weil die Seele leidet, dann ist diese Einheit aufgelöst und das Individuum wird als 'losgelöst' bezeichnet.
Die Trennung in Körper und Seele erlaubt es den Drell sich in bestimmten Fällen von Verantwortung für ihre Taten freizusprechen: Handelt ein Drell ohne Eigenmotivation und sein Körper ist lediglich das 'Werkzeug' eines Auftraggebers, so trägt nach dem Verständnis der Drell nur der Veranlasser der Handlung die Verantwortung für die Tat. Daher empfindet beispielsweise der Attentäter Thane Krios keine Schuld für die zahlreichen Morde, die er im Auftrag der Hanar oder anderer begangen hat, sondern nur für jene, der er selbst gewollt hat.
< zurück




















