Fanfiction - Ein alternatives Ende für Mass Effect 3 (1) 

Das Erwachen

Was er als erstes spürte war Schmerz. Der Schmerz war überall und schien ihn zu überfluten, aber er konnte weder schreien noch sich bewegen. Alles was er zusammenbrachte, war ein trockenes Husten das ihm den Hals aufzureißen schien und nur noch mehr Schmerz bereitete.
Da war es wieder, das Flüstern wie aus weiter Ferne; Geräusche die er nicht einordnen konnte, ihm aber dennoch bekannt vorkamen. Plötzlich wurde es hell und Shepard hätte fast aufgeschrien, doch erneut bekam er nicht mehr als ein Husten zustande. Das Licht verschwand und zugleich wurde das Flüstern lauter, schien endlich verständlich zu werden. Es waren Stimmen, Stimmen die er kannte.
„Die Pupillen reagieren normal, Puls, Reaktion, scheinbar alles da, aber ich bin kein Arzt und was für Verletzungen er hat oder wie wir ihn da raus bekomm…“, eine bekannte, ehrliche Stimme die Shepard als letztes erwartet hätte zu hören.
„Quatsch nicht rum! Wir holen Ihn jetzt da raus…“, eine weitere bekannte Stimme, tief, kräftig, fremdartig und stolz.
Im nächsten Moment bemerkte Shepard nur wie eine unglaubliche Last von ihm genommen wurde und er versuchte sich zu bewegen, panisch versuchte er von dem Ort weg zu kommen, der ihn festhielt, obwohl sein Körper protestierend aufschrie.
Doch zwei Hände schoben sich unter seine Achseln und zwei weitere griffen nach seinen Beinen, er versuchte sich gegen die Angreifer zu wehren, doch erfolglos. Das wenige, was seine Augen auffingen, war eine kopfstehende Welt.
„Verdammt Shepard! Bleiben sie still oder ich lass sie hier auf der Stelle fallen!“, fluchte eine raue Stimme nicht weit von seinem Ohr entfernt.
„Er muss noch komplett durcheinander sein, lassen sie ihn sich erst mal klar werden, wo er überhaupt ist. Da! Zu dem Truck da drüben! Bleiben sie ruhig Shepard, sie verletzen sich nur selbst“, wieder die erste Stimme, ruhig, konzentriert. Der Commander ließ es über sich ergehen, versuchte in seinen wirren Gedanken irgendwie einen Sinn zu finden während man ihn wegtrug, er hörte weiteres Flüstern als man ihn wieder auf dem Boden ablegte, der Boden war hart, metallisch und trocken, sicher. „Ja, er ist hier.“ wieder die erste Stimme, doch diesmal schein sie nicht zu ihm zu sprechen. „Nun, es geht ihm den Umständen entsprechend, seine Wunden sollten nicht so groß sein, aber er sein linker Arm sieht ungesund aus und er ist noch ziemlich benommen… ja, bei dem zweiten Truck, und bringen sie Medigel mit.“
Shepard öffnete vorsichtig sein rechtes Auge und sah drei verschwommene Gestalten vor sich, eine davon beugte sich über Ihn und schob ihm etwas Weiches unter den Kopf, die zweite hielt sich die Hand an den Kopf wie als würde sie über Funk zu jemandem sprechen und die dritte passte nicht ganz in das schmale Blickfeld, das er aus dem inneren des Trucks heraus hatte.
„Sagen sie der Dame mal sie soll sich beeilen, ein bekanntes Gesicht wäre wohl besser für einen Kerl, den wir gerade vor dem vermeidlichen Tot gerettet haben“, die dritte, raue Stimme.
„Er kennt uns doch, oder etwa nicht, hm!?“, kräftig, groß, gefährlich.
„Mag sein“, erwiderte die raue Stimme. „Aber ein Kroganer, ein Söldner, dem man das halbe Gesicht weggeschossen hat, und sogar unser ehrlicher Jacob hier ist niemand dem ich als erstes in die Augen schauen möchte, wenn ich gerade eben fast von einem Reaperstrahl in Schlacke verwandelt worden wäre. Vor allem dann nicht, wenn diese Williams hier ist und uns die Köpfe einschlägt, wenn Shepard ein Trauma davon trägt.“ Shepard schloss die Augen, der Name Williams brachte die Erinnerung wieder. Ashley, der Vorbote, die Schlacht um die Erde, der Strahl der ihn eigentlich hätte töten sollen, zusammen mit Garrus und Ashley, die direkt hinter ihm waren…
Doch er war am Leben und auch die Namen der drei Gestalten vielen ihm wieder ein…
„Wo ist er! Lasst mich durch!“ Eine weibliche Stimme, voller Angst, Schmerz und einem kaum vernehmbaren Zittern.
Shepard öffnete die Augen, obwohl beide wie geschwollen schienen, und nur langsam überhaupt erfassten, was vor sich ging. Das Gesicht einer wunderschönen Frau vor seinen Augen. Sie war den Tränen nahe, eine Hand die sein Gesicht streichelte, eine weitere die seinen Kopf in ihren Schoß stütze. „Du… du… du gehst nicht. Du bleibst hier. Okay? Mach jetzt bloß keinen Mist, bleib einfach liegen ja?“ Er sah ihr ins Gesicht bevor auch diese Anstrengung zu viel wurde und er die Augen wieder schließen musste. Die Narben in ihrem Gesicht sprachen Bände und zeigten Shepard, dass auch sie dem Strahl nicht ohne weiteres entkommen war, doch am schlimmsten waren ihre Augen.
Diese von Schmerz und Angst erfüllten Augen ließen sein Herz gefrieren, ein kleiner Stoß nur und es würde zu Boden fallen und zerbersten.
Jemand tastete ihn ab und untersuchte seine Prellungen bevor das vertraute Gefühl des Medigels durch seinen Körper drang. Die starke Dosis nahm ihm nicht den ganzen Schmerz und brachte ihn auch nicht sofort wieder auf die Beine, aber es war bereits ein Erfolg, dass er seine Augen richtig öffnen konnte und seine Arme seinen Befehlen gehorchten.
„Was… was ist passiert?“, fragte er krächzend, seine Kehle war immer noch ausgedörrt und er war unendlich dankbar als eine der drei Gestalten, die ihn gerettet hatten, Ashley eine Flasche Wasser reichte von der er mit ihrer Hilfe endlich etwas trinken konnte. „Sie haben mal wieder verdammtes Glück gehabt und gerade so den Strahl des Vorboten überlebt!“, erklärte die raue, aber immer bekannter werdende Stimme zwischen zwei kleinen Schlucken Wasser. „Wir mussten Sie aus einem großen Haufen Trümmer raus graben, oder vielmehr Grunt hat das gemacht, ihre Freundin hier hat es auch knapp überlebt, zusammen mit einem Viertel der Offensive und selbst Garrus ist stabil genug, um sich einigermaßen auf den Beinen zu halten.“
Shepard nahm dankbar einen weiteren Schluck von der Wasserflasche und versuchte sich aufzusetzen, wurde aber von Ashley sacht wieder zurück gedrückt.
„Als wir von dem Desaster hier hörten, sind wir so schnell wie möglich gekommen, um für sie die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Wer kein Shuttle gekapert hatte, hat sich einfach durch alles gekämpft, was im Weg stand. Meine Güte Shepard, schon bevor Hackett und die andern Schlachtschiffe den Vorboten und seine Clique mit Dauerfeuer fortgescheucht haben, waren wir auf dem Weg hier her. Zur Hölle Mann! Jack wollte den Vorboten schon mit einem Messer zwischen den Zähnen und einem Enterhacken kapern!“ Zaeed schüttelte lachend den Kopf bevor er sich umwand und durch den Schlamm davon stapfte.
Langsam setzte Shepard seine Gedanken wieder zu einem klaren Bild zusammen; er erinnerte sich wieder wie er zu dem Strahl stürmte, der zur Citadel führte, wie ihn der Lanzenstrahl des Vorboten zu Seite geschleudert hatte und an einen sehr wirren Traum, an den er sich aber noch nicht wieder erinnern konnte.
Er blinzelte und sah zu Ashley auf, um etwas zu sagen, doch sie schüttelte nur den Kopf.
„Nicht reden Skipper, der Arzt ist gleich da, mach‘ jetzt bloß keinen Unsinn.
Der Commander schloss nur die Augen und griff nach Ashleys Hand, die immer noch seinen Kopf stützte. Er konnte förmlich spüren wie eine Last von ihr abfiel, als ihre Hände aufhörten zu zittern.
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„Commander, auch wenn sie äußerlich gesund sind, die Brandwunden auf Rücken und Arm und die möglichen Knochenbrüche sind nichts, was sie auf die leichte Schulter nehmen sollten! Innere Blutungen oder ihre Hämatome könnten immer noch…“, setzte der hinzu geeilte Arzt an. Shepard machte eine knappe Geste und schnitt somit dem Arzt das Wort ab. „Mit jeder Minute die verstreicht, rückt der Sieg der Reaper näher; ich werde nicht hier sitzen und darauf warten, dass sie von alleine vom Himmel fallen! Ich habe mit einer Stunde bereits genug Zeit vertan. Verstanden?“
Der Allianz-Arzt nickte wiederstrebend und drehte sich wieder zu einem der anderen Verwundeten um, er und zwei Assistenten hatten mehr als genug zu tun.
„Auf ihre Verantwortung Commander“, murmelte er und stürzte sich wieder in seine Arbeit während Shepard die zerstörten Teile seiner N7-Rüstung mit noch funktionierenden Teilen der Standard-Allianz-Rüstung austauschte.
Er legte das letzte Teil vorsichtig an seinem verbundenen Arm an und stand auf. Diesmal wurde ihm nicht wie beim letzten Versuch schwindelig, was wohl ein gutes Zeichen war.
„Ich wusste doch, dass so ein lächerlicher Laserstrahl keinen Shepard aufhält!“ Shepards Laune verbesserte sich augenblicklich als er Garrus neben Tali auf ihn zusteuern sah.
Doch sie senkte sich bereits nach einigen Sekunden wieder, denn Tali musste Garrus stützen damit er sein gebrochenes Bein nicht belasten musste und auch ansonsten sah der Turianer nicht sehr gut aus, seine einst blaue Rüstung war fast komplett geschwärzt und überall zerschrammt. Was ihn jedoch noch mehr beunruhigte war, dass Ashley den beiden folgte, ihr Gesicht war starr wie eine Maske und sie sah ihn nicht an.
Garrus grinste verkniffen und nickte Shepard zu. „Ich hatte schon Angst wir müssten ihre Teile auf…“ der Turianer verzog kurz das Gesicht als Tali eine Stelle seines Arms zu fest drückte. „… sammeln damit sie ihre Rüstung wieder zusammenkleben können. Aber sie haben sich wohl schon bei der Allianz-Ausrüstung bedient wie ich sehe.“ Garrus zog eine entschuldigende Grimasse und vermied es in Ashley Richtung zu blicken die immer noch ihre Maske wahrte.
„Shepard! Es geht darum das sie schon wieder auf den Beinen sind.“ Begann Tali auf einmal. „Sie dürfen sich nicht schon wieder in Gefahr begeben! Denken Sie an die Leute, die ihnen etwas bedeuten, sie würden…“ Shepard wollte Talis plötzlichen Redeschwall unterbrechen und hob beschwichtigend die Hände, doch Ashley kam ihm zuvor.
„Es ist okay Tali, wir hatten dieses Thema schon einmal. Der Commander weiß, was er tut.“ Sie warf Shepard einen raschen Blick zu, vermied es aber immer noch ihm in die Augen zu sehen.
„Moment mal, was ist…“, begannt Shepard, wurde nun aber von Garrus unterbrochen.
„Es ist ganz einfach. Sie waren dabei als der ganze Mist begonnen hat, und jetzt wollen sie auch dabei sein, wenn er beendet wird. Ich kann das verstehen und würde dasselbe tun, wenn mein Bein mich lassen würde. Aber wie sie sich denken können sind nicht alle dafür, dass sie ihren vermodernden Körper zum letzten Gefecht schleifen.“ Der Turianer nickte zu Ashley hinüber die den Blick erneut senkte.
„Dein altes Team hat sich sehr dafür eingesetzt, dass du eine Chance bekommst, um diesen Albtraum zu beenden. Sie haben mich letztlich überzeugt, ich kann dich unmöglich hier anbinden und darauf hoffen, dass die Reaper sich ergeben“, seufzte Ashley und fuhr sich durchs Haar, das, wie Shepard jetzt erst bemerkte teilweise weggesengt worden war. „Wenn du wirklich den Plan erfüllen willst und auf die Citadel gehst, werde ich dich nicht aufhalten. Allerdings werde ich nicht hier sitzenbleiben und auf dich warten. Ich komme mit!“ Nun sah sie Shepard direkt in die Augen. Ihr Blick sagte deutlich, dass man mehr als die Reaper brauchen würde, um sie von ihrem Entschluss abzubringen.
Shepard lächelte sacht, machte einen Schritt auf sie zu und umarmte sie. Ashley zögerte kurz, dann erwiderte sie die Umarmung und schmiegte ihren Kopf an seine Wange.
Für einen langen Moment standen sie so beisammen im feinen Nieselregen, in der Ferne hörte man den Wiederhall von Gehwerfeuer und am Himmel über ihnen war ein regelrechtes Feuerwerk an entfernten Explosionen zu sehen.
Schließlich hustete Garrus halbherzig. „Wir sehen uns dann beim Strahl Shepard, es tut mir nur leid dass ich sie diesmal nicht begleiten kann.“ Der Commander nickte dem Turianer zu als dieser mit Talis Hilfe davon humpelte, Shepard löste sich langsam von Ashleys Umarmung und sah ihr in die Augen.
Er fuhr mit den Händen leicht durch ihr mit Blut verkrustetes Haar und sie legte eine Hand an seine Wange. „Ich könnte das auch nicht ohne dich zu Ende bringen“, erklärte er ihr.
„Vor allem jetzt da Garrus ausfällt, hm?“, ein leichtes Lächeln spielte um Ashleys Lippen.
Zug um Zug

Shepard schob die verschrammte Revenant in den Halfter an seinem Rücken zu den anderen Waffen, prüfte den Sitze der Schrotflinte sowie der Pistole und sah sich erneut um. Das provisorische Lager war um den Strahl herum aufgebaut, geschützt von einem Ring aus zerstörten Trucks, Makos und anderen Gefährten oder einfachem Geröll. Eine kleines Bataillon aus allen möglichen Rassen des Universums hielt diesen letzten Stützpunkt, der immer wieder von sporadischen Angriffen der Reaper heimgesucht wurde, ihnen jedoch keinen Frontalangriff wert schien. „223 Husks insgesamt!“, hörte Shepard Jacob sagen, der gerade mit Grunt und Zaeed auf den Weg zur Mitte des Lagers war. „128, aber ich hab ja auch erst später den Killcounter angeschaltet! Sonst hätte ich schon einen unerreichbaren Vorsprung rau geschlagen!“, prahlte Grunt wie eh und je. „Also ich hab bis jetzt 217, dafür braucht meine Jessey aber auch keine Munition, das Modell ist zu alt, langsamere Feuerrate um den gleichen Durchschlag wie normal zu erhalten, aber dafür würde ich sie in einem längeren Feuergefecht schlagen, Jacob.“
Der ehemalige Cerberus-Agent zuckte nur mit den Achseln, ohne Zaeed eine Antwort zu geben, doch Grunt zog verblüfft die Brauen zusammen. „Eine Waffe ohne Munition? Hört sich nicht nach einer richtigen Waffe an…“ Nun runzelte der Söldner die Stirn und wollte sich gerade zu Grunt wenden, als er sah das Shepard auf sie zukam.
„Ah! Der Commander ist wieder auf den Beinen! Hab ich‘s euch nicht gesagt?“, wollte Zaeed wissen und nickte Shepard zu. „Wie sieht es aus Shepard? Bereit ein paar Reapern die Tentakeln zu kappen?“, fragte Grunt mit einem breiten Grinsen, das Shepard nur erwidern konnte.
„Schön sie wieder auf den Beinen zu sehen; wenn sie sich noch etwas länger Zeit gelassen hätten, hätten sie wohl fast den zweiten Vorstoß verpasst.“
„Danke Jacob, ich konnte eben erst meine Waffen anlegen, was ich wohl ihnen zu verdanken habe.“ „Sie können der ganzen Crew danken, denn ohne sie und ihre Verstärkung hätten wir sie erst in ein paar Tagen gefunden und die Reaper-Truppen wären ein weiteres Problem, das wir alleine nicht in den Griff bekommen hätten.“ Grunt schüttelte den Kopf und Zaeed legte angesichts dieser Bescheidenheit fragend den Kopf schief. „Da haben sie wohl recht Jacob, aber was haben sie mit dem zweiten Vorstoß gemeint?“, fragte Shepard um beim Thema zu bleiben. „Dieser Major Coats will den zweiten Trupp durch den Strahl bringen“, erklärte Zaeed. „Der Trupp unter Andersons Befehl der als erstes dadurch ist, scheint auf heftigen Wiederstand durch Cerberus zu treffen, die Hölle weiß wie die es auf die Citadel geschafft haben, aber sie scheinen Anderson langsam die Männer wegzuballern. Deswegen will Coats jetzt mit einem zweiten Trupp rein, um Anderson zu helfen. Ich wette er will sie nicht mitkommen lassen, aber das dürfte kein Problem geben, wir haben es geschafft ihre Williams zu überreden sie nicht anzuketten, und der Gentleman wird sie auch nicht hier fest halten. Dafür sorgen wir schon.“ Shepard zuckte mit den Schultern: „Ich weiß nicht ob der Major so einfach einlenken wird.“ „Das werden wir gleich sehen!“, behauptete Grunt und deutet auf eine Gruppe von Soldaten, die sich vor dem Strahl sammelte, der zur Citadel führte.
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„Shepard ist einer der besten Soldaten denen ich in meinem langen Leben als Justikarin jemals begegnet bin. Es ist sein Verdienst, dass die Völker sich für den Kampf hier eingefunden haben, sie sollten seinem Wunsch, ihnen zu folgen, nachkommen“, erklärte Samara dem Major mit bestechenden Argumenten. Coats fühlte sich eindeutig unter Druck, ihm schien es dennoch nicht zu behagen, einen Verletzten mit in den Kampf zu schicken, selbst dann nicht wenn dieser Shepard hieß und einer der größten Hoffnungsträger der Galaxis war.
„Er ist ein N7, er weiß was er macht“, fasste Vega sich knapp. „Er sollte eine Gelegenheit bekommen das zu beenden, was er begonnen hat“, sprach sich Liara ebenfalls für Shepards wahrscheinliche Selbstmordmission aus. Ihr sagte die Sache nicht zu, aber sie wusste, dass sie sich keine Uneinigkeit leisten konnten.
„Wenn sie ihn nicht mitkommen lassen, sorge ich nach dieser Sache dafür, dass sie ihre Entscheidung nicht so schnell vergessen werden!“, drohte Jack dem Major offen, wobei biotisches Felder um ihre Hände spielten, woraufhin Coats etwas die Brauen zusammenzog.
„Wenn sie ihn nicht mitnehmen, müssen wir die Sache irgendwie ausgleichen, und das heißt dann wohl dass wir Shepard hier lassen, um den Strahl zu bewachen während wir alle da rauf müssen hm?“, Wrex verzog keine Miene als Coats ihn mit einem Blick würdigte, den man normalerweise für schlechte Witze aufspart.
„Oder ich könnte sie auch einfach aufe…“ „Major Coats!“ , Ashley unterbrach Wrex abrupt und suchte Blickkontakt mit dem immer noch schweigenden Major.
„Als Spectre des Rates werden Shepard und ich uns ihrem Trupp anschließen, damit müssen sie sich nicht zwischen ihrem Gewissen und ihrer Loyalität entscheiden. Wir brechen auf, wenn sie bereit sind. Falls sie die Operation trotzdem abrechen wollen, werden wir alleine gehen.“
Coats seufzte schwer, zuckte mit den Achseln und sammelte sich bevor er eine Antwort gab. „Ich denke dagegen kann ich nichts sagen Miss Williams, allerdings sollten sie wissen, dass ich diese Sache nicht gut heiße. Wenn sie Probleme haben, kann ich keine Rücksicht auf sie nehmen; meine Sorge gilt meinem eigenen Trupp und der Mission. Shepard bleibt mit seinen Verletzungen ein Hindernis, um das sie sich selbst sorgen müssen. Wir brechen in fünf Minuten auf. Machen sie sich bereit.“
Der Major nickte Ashley und Shepard widerwillig zu, wand sich um und ging zu seinen Männern.
„Ha! Und ich dachte schon der würde gar nichtmehr zur Vernunft kommen!“, lachte Wrex erstaunt.
„Wir sollten uns auch so einen Sitz im Rat besorgen, und wenn es nur dafür ist einen kroganischen Spectre zu bekommen!“ Shepard schüttelte bei diesem Gedanken leicht grinsend den Kopf. Er hätte niemals erwartet, dass jemals so viele Leute so vieler verschiedener Rassen einmal für ihn einstehen würden, und vor allem, dass sie alle so sehr an seinen Sieg glauben würden.
Entweder das oder er hatte jeden einzelnen von ihnen falsch eingeschätzt.
Er sah auf, er brauchte noch jemanden für diese Mission der ihm den Rücken frei hielt, da Garrus mit seinem gebrochenen Bein nun ausfiel. Der Turianer winkte nur müde ab als Shepard in seine Richtung blickte und nickte zu Zaeed mit dem Garrus und der Commander bei den Vorbereitungen auf den Angriff der Basis der Kollektoren die meisten Operationen bestritten hatten. Shepard verstand den Wink und verwarf die Idee Wrex zu einem letzten Kampf zu bitten; der Kroganer musste sein Volk führen, wenn er bei diesem letzten Angriff starb würden die Kroganer wohl fast genauso viel Chaos anrichten können, wie die Reaper es nun taten.
Auf Shepards Wink hin trat Zaeed zu dem Commander, stellte sich ohne weitere Fragen hinter ihn und redete Ashley direkt an. Shepard bekam gar nicht mit, was sie sprachen, sein Blick galt dem kleinen Lager in dem kaum hundertfünfzig verschiedene Soldaten sich auf den nächsten Angriff des Feindes vorbereiteten. Jacks Schüler bauten biotische Felder auf, die Kompanie Aralahk suchte sich die gefährdetsten Stellen in der Verteidigung heraus, Blue Suns Söldner gaben Allianz-Soldaten Deckung, ein Geth-Läufer verteilte seine Feuerkraft auf die stärksten Gegner, die er finden konnte, Turianer wie Asari arbeiteten zusammen, um den Feind auf Distanz zu halten und der STG-Trupp der Salarianer verteilte die übrigen Soldaten auf die günstigsten Stellen im Verteidigungsring. Über ihnen wurde der Himmel immer noch von einem nicht enden wollenden Blitzlichtgewitter heimgesucht, während die Ruinen der tobenden Schlacht immer wieder gen Erde sanken.
Wo würde das alles enden? Würde die Erde jemals wieder ganz ihnen gehören? Und konnten Sie überhaupt gewinnen? Wie war die Situation bei Anderson? „Major Coats lässt ausrichten, dass er bereit ist, Commander!“ Shepard wand seinen Blick vom Himmel ab und sah in Major Kirrahes ernstes Gesicht.
„Kirrahe! Was machen sie denn hier?“ Shepard schüttelte den Kopf, niemand schien ihn vergessen zu haben. „Nun Commander, als ich von ihrem Desaster hörte, hab ich mich so schnell wie möglich zu ihnen abgesetzt. Schließlich hörte ich durch die Funksprüche, dass man ihnen zu Hilfe eilen wolle, und da ich unter ihnen von keinem einzigen Salarianer hörte, wollte ich für etwas Ausgleich sorgen. Zum Glück wie es scheint. Major Coats hat mir die Verantwortung über unseren kleinen Stützpunkt hier übertragen. Keine Sorge ich werde die Stellung halten Commander.“
Auf dem Gesicht des Salarianers zeigte sich ein breites, stolzes Grinsen.
„Commander Shepard! Miss Williams! Wir brechen auf!“ Major Coats winkte ihnen zu, bevor er in den Strahl trat und darin verschwand, seine zusammengewürfelte Truppe folgte ihm kurz darauf.
Shepard drehte sich noch einmal zu seinen eigenen Leuten um und nickte ihnen zu.
Garrus winkte, Jack neigte den Kopf, Grunt boxte die Hände zusammen, Liara wand die Augen ab, Tali nickte und Wrex beließ es bei einem einfachen „Shepard!“, worauf der Commander nur ein „Wrex!“ zurückgeben konnte. „Wir gehen dann mal ein paar Stecker ziehen“, rief Zaeed, was ihm den Beifall der anderen brachte. Shepard grinste. „Ihr habt den Mann gehört! Haltet uns den Rücken frei und den Platz bei der Siegesfeier!“ Weiterer Applaus, einzelne Rufe, Wrex lachte, aber das hörte Shepard schon gar nicht mehr; er nahm Ashley an einer Hand und griff nach Zaeeds Schulter als sie den Strahl betraten. Was auch immer sie erwartete, schlimmer als der Tod konnte es nicht werden.
Und mit dem Tod kannte Shepard sich schließlich aus.
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Der Jäger wand sich und setzte sich an die Spitze seines Geschwaders das mit Höchstgeschwindigkeit auf den Reaper-Zerstörer zusteuerte, der einen Turiansichen-Kreuzer von oben herab mit Schüssen beharkte.
„Alle Jäger der Alpha-Staffel visieren das Auge des Zerstörers an, feuern sobald optimale Reichweite erlangt wurde. Sammeln sobald das Ziel zerstört ist!“ Leutnant Commander Snipes hörte die Bestätigungen seiner Piloten an ihren Geschwader-Führer und sah, wie sie zu ihm aufschlossen, genauso wie das angeschlagene turianische Geschwader, das sich neben ihnen formierte, um ihren Kreuzer und ihre Ehre zu verteidigen.
Snipes kniff die Augen zusammen, als ein roter Strahl links von ihm wie aus dem Nichts einen der Turinischen Jäger zerlegte. Er hörte die erschrockenen Schreie des turianischen Geschwaders, schaltete ihren Komm-Kanal ab, vollführte eine Roll um 90 Grad, um ein schmaleres Ziel abzugeben und biss die Zähne zusammen, als sein Jäger erneut die angedachte Höchstgeschwindigkeit übertrat.
Ohne weiter auf seine Umgebung oder sein Geschwader zu achten, konzentrierte er sich auf das rote Auge des Zerstörers, dessen Strahl das turianische Schiff aufriss. Die beiden Torpedos seines Jägers synchronisierten sich quälend langsam mit dem Ziel während das restliche Alpha-Geschwader das Feuer eröffnete.
Der Reaper wand sich der plötzlichen Raketensalve zu, die ihm entgegen kam, ignorierte den ungezielten Beschuss und feuerte in den Pulk der Jäger hinein. Zwei von Snipes Kameraden lösten sich ohne einen Laut in ihre Bestandteile auf, während der Rest ausfächerte und Ausweichmanöver flog, um einen neuen Angriffspunkt zu finden. Der Reaper folgte den sich windenden Jägern und Snipes nahm seine Chance wahr; die Nachbrenner seines Jägers heulten auf und er schoss seitlich an dem roten Strahl vorbei.
Seine Sensoren zeigten einen Abstand von 300 Metern an, als er die beiden Torpedos abfeuerte, sich für einen Moment auf der Geraden hielt, um den Sprengköpfen einen sicheren Flug zu ermöglichen und dann sofort die Nase nach oben zog.
Trotz seiner schnellen Reaktion war der sich auf Höchstgeschwindigkeit befindliche Jäger laut den Sensoren nur zehn Meter von der Außenhaut des Zerstörers entfernt als die Torpedos ihr Ziel erreichten.
Snipes meinte fast die äußere Schicht berühren zu können, als er sich aus dem Radius des Zerstörers brachte, der nun taumelnd von dem Kreuzer abließ und versuchte seine Panzerung zu schließen, doch bevor er sich zurück ziehen konnte, schlugen zwei Strahlen direkt in das Auge des Reapers ein und brachten ihn weiter in Bedrängnis.
Die SSV Normandy feuerte einen weiteren Strahl aus ihrer Thanix-Kanone ab und wich dann von ihrem Ziel ab, um den nachfolgenden Fregatten ihres Rudels ebenfalls eine Gelegenheit zum Feuern zu geben. Drei weitere Fregatten rissen das feindliche Schiff in Stücke und Snipes fluchte Lautstark bevor er seinen Komm-Kanal wieder öffnete.
„Meinen Glückwunsch an den Piloten der Normandy, ihr Timing hätte nicht besser sein können!“
„Das Timing hab ich von meiner Oma! Die kam auch immer erst dann vorbei, wenn der Kuchen schon fertig war, gute Arbeit Piloten.“
Snipes konnte sich ein stolzes Grinsen nicht verkneifen, das ihm sofort wieder gefror, als er auf die Lebenszeichen seines Geschwaders blickte. Nur noch drei der vormals neun Jäger flogen noch, das war zwar eine Besserung um einen Piloten im Vergleich zu dem Zerstörer, den sie vor 20 Minuten platt gemacht hatten, aber immer noch zu hoch, um sofort einen weiteren Angriff auf eines der größeren Biester zu fliegen.
„Alpha-Geschwader zu mir, wir geben dem Fregatten-Rudel Geleitschutz!“, teilte Snipes seinen beiden Überlebenden mit und schloss zur Normandy auf, während der Orbit über der Erde sich immer weiter mit den toten Kadavern hunderter Raumschiffe füllte.
Hades

John Shepard schüttelte langsam das Schwindelgefühl ab und rieb sich die Schultern, als die schwarzen Flecken langsam wieder aus seinem Blickfeld verschwanden und die Schmerzhemmer seiner Rüstung seine wieder aufflammenden Wunden beruhigten. Der Sprung durch den Strahl hatte sie alle desorientiert zurückgelassen und nur einige der Soldaten hatten sich instinktiv hinter die nächste Deckung geworfen, kaum einer war in der Lage ihrer Umgebung sofort die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen.
Wie der Commander feststellte, musste das auch Andersons Trupp wiederfahren sein, mit verheerenden Folgen. Die nähere Umgebung des Strahls war ein Grab für mehrere Dutzend Allianz-Soldaten, ihre Rüstung war von schweren Waffen zerfetz oder durch Präzisionsschüsse geknackt worden wie überreife Früchte.
Jeder konnte die nun zerstörten Barrikaden sehen, hinter denen sich Cerberus zuvor professionell verschanz hatte, drei zerstörte Atlas-Mechs und einige Überbleibsel der Geschütze ließen auf heftigen Wiederstand schließen, und mit einem Blick auf die Balkone des Präsidiums war auch klar, dass Anderson sich der dort postierten Scharfschützen nur mit schweren Waffen hatte entledigen können.
Ohne die drei Makos, die die Fahrer in einem Frontalangriff direkt in die Cerberus-Barrikaden gesteuert hatten, wäre Andersons Trupp wohl schon hier aufgehalten und ausgelöscht worden.
Doch wie hoch die Verluste im Endeffekt für beide Seiten waren, war nur schwer abschätzbar, nicht wegen des Rauchs und der Zerstörung überall auf der Station, sondern viel mehr wegen der Masse an Leichen die den Boden bedeckten und die Citadel als ein Vorzimmer der Hölle erscheinen ließ.
Es waren viel zu viele Tote, als dass sie alleine von dem Gefecht hätten stammen können, die meisten waren Menschen, die man entweder zu Haufen zusammengepfercht oder wie zur Sektion fein säuberlich nebeneinander aufgereiht hatte, das Blut der Toten tränkte den einst so weißen Boden der Citadel und verwandelte den See der Station in eine trübe, dreckige Mischung, die wie die Verhöhnung eines Sees aus Blut wirkte.
Einer der Soldaten konnte nicht länger an sich halten, nahm seinen Helm ab, lehnte sich über das Geländer und übergab sich während seine Kameraden zur Besinnung kamen und die Umgebung sicherten. Shepard riss sich von dem grässlichen Bild los, das sich überall um ihn herum bot und konzentrierte sich auf das aktive Miniatur-Massenportal nur wenige Schritte von ihm entfernt.
Er brauchte nur einen Moment um zu erkennen, dass es dasselbe war, dass er und sein Team vor so langer Zeit benutz hatten, um Saren auf die Citadel zu folgen.
Auf den ersten Blick war es logisch, der Strahl am Boden brauchte irgendeine Art von Gegenpart, doch auf den zweiten Blick kam Shepard der Verdacht, dass er etwas Entscheidendes übersah.
„Die Citadel hat wohl auch schon mal bessere Tage gesehen was?“ Zaeed hatte inzwischen die Nachwirkungen des Strahls überwunden und trat zu Shepard, gefolgt von Ashley, die noch etwas unsicherer auf den Beinen war. „Es sieht noch schlimmer aus als beim letzten Mal.“ Sie kniff die Augen zusammen und schüttelte leicht den Kopf, um die letzten Schwindelgefühle los zu werden. „Hoffen wir das es das letzte Mal ist das wir diesen Ort so sehen“, meinte Shepard als er die Revenant von seinem Rücken nahm und justierte. „Erster Trupp sichert die Aufzüge! Zweiter Trupp sichert die Umgebung, der dritte durchsucht die Ausrüstung der toten Soldaten nach allem was uns helfen könnte! Munition, Daten, was auch immer ihr finden könnt! Los, Bewegung!“ Major Coats hatte die Lage eindeutig unter Kontrolle und seine Soldaten folgten seinen Befehlen sofort, soweit sie sich bereits auf den Beinen halten konnten. Shepard folgte dem Major zu einer von Avians Konsolen in der Nähe der Aufzüge zum Citadel-Turm, während die Soldaten ausschwärmten und Coats Befehlen nachkamen.
„In Ordnung Shepard, sehen wir mal nach was Anderson uns hinterlassen hat. Er meinte, er hätte Avina mit seinem Universalwerkzeug verbunden, falls unsere Langstecken-Verbindung abreißt. Was beim Sprung durch den Strahl wohl passiert ist, zumindest kann ich Anderson über Funk nicht mehr erreichen.“
Der Commander runzelte die Stirn angesichts der schlechten Nachrichten, stellte jedoch keine Fragen als Coats an die Konsole der VI trat. „Hallo! Ist dies ihr erster Besuch auf der Citadel Mister?“ Das Bild des Programmes war fehlerhaft und niemand schien die Notfallprotokolle aktiviert zu haben, denn Avina war stets die Freundlichkeit in Person, was den Major kurz aus dem Konzept brachte bevor er sich wieder konzentrierte. „Hat ein Mensch namens Anderson eine Verbindung für Allianzpersonal mit der Kennnummer 312 hinterlassen?“, fragte Coats langsam und deutlich, wie als würde er mit einem Kind sprechen.
„Ein Mensch namens Anderson hat eine solche Verbindung angegeben, eine aktive Nutzung der Verbindung ist allerdings im Moment leider nicht möglich“, erklärte Avina enthusiastisch.
„Was heißt das? Warum ist eine Verbindung nicht möglich!?“, wollte Shepard wissen, ein ungutes Gefühl schlich sich in seine Brust.
„Die Kontaktperson namens Anderson ist im Moment nicht in der Lage die Verbindung aufzunehmen, da sein Gesundheitszustand laut seinem Universalwerkzeug nicht den nötigen Voraussetzungen entspricht.“ Avinas Stimme klang freundlich und distanziert wie immer, wie als hätte sie nicht soeben eine Schreckensbotschaft überbracht, sondern eine Gruppe von Touristen zur nächst besten Sehenswürdigkeit gewiesen. „Allerdings hat die Person namens Anderson Informationen hinterlassen, die ich für ihn gespeichert habe. Soll ich sie abspielen?“„Abspielen“, befahl Coats mit belegter Stimme.
Sowohl Shepard als auch seine Begleiter zuckten kurz zusammen als sie Andersons Stimme erkannten, eindeutig am Leben, stark und bestimmt, wie immer.„Coats, wenn sie das hören, liegt wohl alles bei ihnen. Ich befinde mich gerade in einem der Aufzüge zur Ratskammer, Cerberus plant irgendetwas mit der Citadel-Kontrolle, da bin ich mir sicher, sie haben den Zugang hartnäckig verteidigt. Wie auch immer, ich habe ein Team zu der C-Sec-Station in der Nähe gesandt, weil wir von dort einen dringenden Notruf erhielten. Doch das Team ist nicht zurückgekehrt, ich fürchte das Schlimmste.
Sicken sie dort trotzdem einen Trupp hin, wenn es möglich ist, diese Signal hatte die Codierung eines Spectre-Agenten, und selbst wenn dies eine Falle von Cerberus ist, vielleicht finden wir so wenigstens heraus, was sie überhaupt vorhaben. Jeder Hinweis kann uns den Sieg bringen. Ganz egal wie klein er ist oder woher er kommt. Passen sie auf ihren Rücken auf Soldat! Wir haben die Ratskammer gleich erreicht, Anderson Ende.“
Coats runzelte die Stirn: „Wir sollen unseren Trupp aufteilen? Das gefällt mir überhaupt nicht, das ist idiotisch und…“.
„Major Coats! Wir haben ein Problem mit den Aufzügen!“ Einer der turianischen Soldaten stoppte im Lauf kurz bevor er mit Zaeed zusammenstieß und sich dem Major zuwandte. „Cerberus muss die Aufzüge provisorisch abgeschaltet haben. Allerdings meinen unsere Techniker, dass sie sie wieder betriebsfähig bekommen, es wird nur einige Zeit dauern.“Der Major nickte nur und der Soldat ging zurück zu seinem Trupp bei den Aufzügen. „Schon wieder eine Verzögerung! Verdammt! Aber was soll's, so haben wir zumindest Zeit einen Trupp zu dieser C-Sec-Station zu schicken.“ Er sah zu Shepard und hob fragend eine Braue.
„Sie erwarten, dass wir dieser Trupp für sie sind?“, fragte der Commander um sicher zu gehen.
„Um ehrlich zu sein sind Sie und ihr Team schon mit vielem fertig geworden, jedoch sind Sie auch nur ein drei Mann-Trupp und können auf sich selbst aufpassen. Ich würde so nicht viele Männer abzweigen und könnte davon ausgehen, dass Sie sich selbst in einem Hinterhalt behaupten können. Ansonsten könnte ich wohl niemanden anderes schicken ohne meinen Trupp zu stark auszudünnen.“
Shepard runzelte kurz die Stirn und überlegte kurz bevor er antwortete. „Nun gut, Sie haben ihre Meinung dargelegt und wir werden gehen, so können wir die Wartezeit wenigstens sinnvoll nutzen. Hoffen wir nur das dieses Notsignal das wert ist. Allerdings sollten Sie auf unsere Rückkehr warten oder uns zumindest über Funk Bescheid geben, wenn die Aufzüge wieder funktionieren. Wenn Anderson schon keinen Erfolg hatte, werden sie gegen Cerberus wohl jede Hilfe brauchen, die Sie kriegen können.“
Der Major nickte nur und Shepard setzte sich mit seinem Team sofort in Bewegung.
Zu der nächsten C-Sec-Station war es zwar nicht weit, trotzdem behielten alle drei ihre Umgebung im Auge, die Gefahr durch Cerberus-Scharfschützen war nachwievor nicht überstanden und der Rauch sowie das Feuer, das aus einigen Gebäuden brach, bot gute Deckung für den Feind, während Shepard und sein Team ein hervorragendes Ziel abgaben. Vorsichtig arbeiteten sie sich durch die blutigen Ruinen der Citadel, an Leichenhaufen vorbei, die die Reaper zur Weiterverarbeitung vorbereitet hatten und über den verkrusteten Boden, der von dem vielen Blut kaum ein Stück des einst so markanten Weiß mehr aufwies.
Sie erreichten den Aufzug zu der C-Sec-Station ohne Zwischenfälle, doch keiner der drei vernachlässigte seine Aufmerksamkeit als sie quälend lange auf den Aufzug warteten, der zu der Station führte.
Keine drei Meter von den Aufzügen entfernt, stand eine weitere von Avinas Konsolen, ihr Hologramm war aktiv, reagierte jedoch nicht auf ihre Anwesenheit bis der Aufzug ihre Ebene erreichte. „Bitte stören sie die Keeper…“, als die VI unvermittelt anfing zu sprechen, erschrak selbst Shepard und hob die Waffe, jedoch ohne Abzudrücken. Zaeeds Finger jedoch war näher am Abzug und ein Schuss krachte durch die vorher so stille Citadel. Der Schuss traf die Konsole und Avina verlor sich in einem kurzen Kauderwelsch vieler Sprachen, das sich anhörte wie das reinste Babylonisch bevor sie sich knackend abschaltete.
Der Aufzug hinter ihnen öffnete sich mit einem leisen Zischen als Shepard die Waffe langsam wieder senkte und Zaeed aus den Augenwinkeln beobachtete. „Verdammt! Ich hab das Ding schon immer gehasst! Immer diese penetrante Gelaber“, meinte der Söldner bloß, schüttelte den Kopf, ignorierte Shepards Blick und trat in den Aufzug, Ashley und der Commander folgten ihm nur einen kurzen Momente später. Die Tür schloss sich mit einem Zischen hinter ihnen bevor der Aufzug sich mit einem Rucken in Bewegung setzte.
„Und wieder einmal sind wir der Willkür eines Aufzugs ausgesetzt“, stellte Ashley fest als eine leise säuselnde Melodie durch denselben drang. Shepard nickte nur und sah auf die Etagen-Anzeige als Zaeed mit den Schultern zuckte. „Fänden sie es besser, wenn die Citadel nur Treppen hätte, Miss Williams?“ Shepard wusste, dass die beiden nur versuchten sich abzulenken, um nicht auf den Druck zu achte,n der auf ihren aller Schultern lastete und ließ sie gewähren, während der Aufzug sich quälend langsam in Richtung der C-Sec-Station bewegte. „Nun, das ist jetzt das dritte Mal, dass ich auf der Citadel bin während der Notstand ausgerufen wurde, und wie jedes Mal warte ich nur darauf, dass jemand den Aufzug anhält und wir aus dem Spiel sind. So wie es uns beim ersten Mal fast passiert wäre. Treppen hingegen wären kein Problem, sie halten einen fit und man muss nicht fürchten auf ihnen fest zu sitzen nur weil jemand die Hauptkontrolle übernommen hat.“
Zaeed legte kurz den Kopf schief, wie als überlege er, bevor er ansetzte, um zu antworten, doch eine Durchsage über die Lautsprecher des Aufzugs unterbrach ihn.
„Commander Shepard?! Sind sie das? Mein Gott, Sie haben echt ein Gespür dafür, wann Sie einem den Arsch retten müssen, oder? Öffnen Sie einen Komm-Kanal, auf Verbindung 642/C4.“ Ein Rauschen und Knacken störte die Durchsage, aber Shepard erkannte die Stimme von Commander Bailey sofort und zögerte keinen Moment sein Universalwerkzeug entsprechend einzustellen. „Shepard hier! Bailey, hören Sie mich? Wie ist ihre Lage?“, fragte der Commander während seine Begleiter ihr Universalwerkzeug ebenfalls einstellten, um die Antwort empfangen zu können. „Ach, das übliche, erst kommen die Reaper und treten die gesamte Flotte in die Tonne, dann senden sie ihre Husks und massakrieren die Bewohner so wie die gesamte C-Sec-Einheit und dann, wenn wir schon glauben, dass wir uns mal raus wagen könnten, kommt mal wieder Cerberus und tritt nochmal nach. Diese Kameraden können mir langsam mal den Buckel runter rutschen, alle paar Tage versauen die einem den Wachdienst.“
Bailey seufzte und schien sich für einen Moment zu sammeln, bevor er wieder anfing zu sprechen.
„Wie auch immer, wir stecken bis zum Kinn in der Scheiße und Cerberus bereitet einen weiteren Angriff vor, schicken Sie ihren Aufzug zu den Gefängnis-Zugängen und seien Sie vorsichtig, die Ebene wimmelt nur so vor Cerberus-Soldaten. Wir haben uns beim Gefängnis-Trakt verschanzt, bisher können wir sie noch aufhalten.“
„Verstanden Bailey, halten sie durch, wir holen sie da raus! Shepard Ende.“
Shepard gab ihr Ziel neu ein und justierte seine Revenant erneut, wobei er sicher ging, dass die Brandmunition korrekt eingestellt war. „Dieser Bailey ist also wirklich nicht tot zu kriegen“, stellte Zaeed mit einem leichten Lachen fest während er ebenfalls seine Jessey prüfte. „Freut mich zu hören, die Citadel hätte mit ihm einen guten Commander verloren“, bemerkte Ashley und aktivierte die Disruptor-Munition ihrer Revenant. Shepard nickte nur, denn sie waren bereits nahe an ihrem Ziel und der Aufzug hielt an. Das Team sprang heraus und innerhalb von zwei Sekunden hatte jeder von ihnen eine zuverlässige Deckung gefunden. Doch der erwartete Beschuss blieb aus und ein Blick den Gang entlang zeigte, dass sich die Cerberus-Präsenz wohl auf eine ganz andere Stelle der Etage konzentrierte, obwohl den Leichen der toten Allianz-Soldaten nach hier heftiger Wiederstand zu erwarten war.
Shepard löste sich von seiner Deckung und gab den anderen Handzeichen, um ihren Vorstoß weiter zu decken. Es dauerte nicht lange bis sie auf ersten Cerberus-Trupp stießen der ahnungslos, aber im Eilschritt in ihre Richtung unterwegs war, wohl um die unbekannten Neuankömmlinge gebührend zu empfangen. Ashley hatte sich rechts vor ihnen postiert und Shepard war auf gleicher Höhe mit ihr auf der linken Seite während Zaeed ein Stück weiter hinter den beiden zurück blieb und ihren Rücken deckte. Der Kampf gegen den Trupp war kurz und tödlich, als Zaeed seine Brandgranate warf, war der Kampf eigentlich schon entschieden, denn Ashley und Shepard fluteten den Gang zeitgleich mit einem Inferno aus Brand- und Disruptor-Geschossen.
Fünf Cerberus-Soldaten starben in dem Kreuzfeuer, ohne auch nur einen Schuss abgefeuert zu haben.
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Major Coats überprüfte zum dritten Mal die Munition seines Gewehrs und trat gereizt an den Reifen des einzigen noch funktionierenden Makos. „Wie lange dauert die Reparatur der Aufzüge noch?“, fragte er den salarianischen Techniker bereits zum dritten Mal. Der Thechniker ignorierte den ungeduldigen Tonfall des Majors einfach und gab die gleiche Antwort wie vor fünf Minuten. „Sir, wir arbeiten auf Hochtouren, pessimistisch gesehen brauchen wir noch mindestens zwanzig Minuten, optimistisch könnten wir jede Minute soweit sein. Wir sind Techniker, keine Feen. Wir erfüllen Aufgaben, keine Wunder.“ Der Major wand sich ab und überließ die Techniker ihrer Arbeit als sein Funk eine eingehende Nachricht von Major Kirrahe meldete. Er öffnete den Komm-Kanal und stellte sich auf schlechte Nachrichten ein. „Schießen Sie los Kirrahe. Wie schlagen Sie sich?“
„Wie erwartet, hat sich der Angriff der Reaper verstärkt, allerdings ist die Situation immer noch machbar und nicht einmal schlimmer als auf Virmire, wir haben zumindest mehr Männer hier. Allerdings ist das nicht meine Sorge, Admiral Hackett hat nach der Bereitschaft der Citadel gefragt, wenn nicht bald etwas passiert, können sie nämlich den Tiegel nicht mehr zur Citadel schaffen, die Reaper setzen den Flotten immer weiter zu.“
„Wir haben Probleme mit den Aufzügen, die uns noch zwanzig Minuten kosten könnten und wir haben noch nicht einmal einen Cerberus-Trupp getroffen, was heißt, dass sie sich wohl in der Ratskammer verschanzt haben, also brauchen wir noch einige Zeit, um sie da raus zu bekommen.
Kurz: Die Sache steht schlecht, falls nicht irgendwer den großen roten Knopf findet, der die Reaper zerstört, haben wir hier unsere letzte Schlacht geschlagen.“
„Ich werde dem Admiral das übermitteln. Aber vergessen Sie nicht, wenn wir hier scheitern, wird sich niemand mehr daran erinnern können. Und wenn wir siegen, wird uns niemals jemand vergessen können. Kirrahe Ende.“ Coats runzelte die Stirn und lehnte sich an den Mako. Diese Salarianer waren ein seltsames Volk.
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Mit einem Krachen zersplitterten die beiden Brandgranaten im Gang vor ihnen und erzeugten eine Flammenwand, die Shepard als Deckung benutzte, um näher an das Geschütz heranzukommen, dessen Zielerkennung durch die Hitze ungenau wurde.
Shepard nutzte die Gelegenheit und rollte seine Granate direkt unter den Geschützturm und duckte sich, als ihm nur einige Augenblicke später Metallteile um die Ohren flogen.
Er vergewisserte sich, dass Ashley ihre Position links von ihm eingenommen hatte und riskierte einen Blick den Gang entlang. Der Kampf durch die Etage war nicht einfach gewesen, aber langsam gingen Cerberus wohl die Männer aus, allerdings weigerten sie sich, wie erwartet, aufzugeben und kämpften hartnäckig weiter.
Der Trupp von vier Cerberus-Wächtern die sich wie eine Mauer auf sie zubewegten, während zwei einfache Soldaten ihre Kameraden als Deckung nutzten, zeigte dies erneut. Ashley nickte Shepard zu und sie feuerten gleichzeitig aus der Deckung heraus. Die Wächter hatten gegen den durchschlagenden Beschuss der beiden Revenants keine Chance. Ihre Schilde waren nicht mehr wert als Papier und wurden einfach zerfetzt, während Zaeed die beiden Soldaten ausschaltete, die versuchten ihren Kollegen Deckungsfeuer zu geben. Shepard wartete einen Moment auf weitere Lebenzeichen, doch der einzige Centurio, der noch stand, öffnete nur die Tür in den nächsten Gang hinter sich, warf eine Rauchgranate und feuerte blind bevor ihn mehrere Salven gleichzeitig von hinten trafen und zu Boden schickten.
Stille, Rauch, das Knacken von leckenden Kabeln und vergehendem Feuer, der Gang selbst schien den Atem anzuhalten als Shepard vorsichtig durch den Rauch spähte. „Shepard? Alles klar bei Ihnen?“ Baileys kraftvolle Stimme stieß durch den Rauch als er durch die Tür trat, die der Centurio in seiner Verzweiflung geöffnet hatte und nun den rauchigen Blick auf Commander Bailey und einer ganzen Gruppe von Bewaffneten frei gab. Shepard lockerte den Griff um seine Waffe und nahm die Hand vom Abzug als er auf den angeschlagenen C-Sec-Commander zutrat.
„Gut Sie in einem Stück zu sehen Bailey, immer noch nicht bereit den Posten aufzugeben?“
Bailey lachte kurz auf, hielt sich dann jedoch die Seite, wo ihn Cerberus bereits ein zweites Mal erwischt hatte. „Nun ja, eigentlich hab ich genug Überstunden, aber wie es scheint braucht man mich hier erst noch eine Weile.“ Er wand sich an seine Männer. „Officer Lang! Sichern Sie die Tür. Harkin! Durchsuchen Sie die Cerberus-Soldaten. Ich bringe Shepard nach drinnen.“ Bailey gab dem Commander einen Wink ihm zu folgen und trat in die Sicherheitszone die zu den Gefängnissen führte. „Wir hatten noch Glück, dass wir uns hier verschanzen konnten, der Zugang zu den Gefängnissen lässt sich hervorragend verteidigen, auch wenn ich dafür den meisten Gefangenen Waffen geben musste.“ Bailey führte sie durch die Zone die trotz der guten Vereidigungslage vor Leichen nur so strotzte, einige von ihnen hatte man sogar als eine Art provisorische Mauer zusammengeschoben um weitere Deckung zu schaffen.
„Wir haben die psychotischen Killer einzeln gegen Cerberus geschickt, damit sie wenigstens irgendeinen Nutzen hatten, nicht gerade das, was man mit einem Gefangen unter seiner Obhut macht, aber ansonsten hätten sie uns nur die eh schon knappen Essensvorräte weggefuttert oder am Ende sogar eine Revolte gestartet.“
Bailey hob entschuldigend die Schultern und öffnete die Tür zu den eigentlichen Gefängnisbereichen, wo ganze Scharen von Zivilisten und Verletzten ihre Blicke auf Shepard und sein Team richteten. Alte, Junge, Reiche, Arme, aller waren vertreten, die meisten Männer waren leicht bewaffnet und die Familien blieben stets dicht zusammen, ein leises Flüstern war zu höhren als die kleine Gruppe die Halle passierte. „Jeden, den wir retten konnten, haben wir hier runter gelotst, nachdem die Docks endgültig gefallen waren. Hunderte Schiffe haben es rand voll besetzt raus geschafft, aber nur ein paar Dutzend an den Reapern vorbei, und das auch nur weil die Flotte sie so hartnäckig beschäftigt hielt", seufzte Bailey und nickte einem Paar mit ihrem Kind zu, das sich wie viele andere in den Gefängnis-Trakt gerettet hatte.
"Ich sag’s ihnen Shepard, so hilflos hab ich mich noch nie gefühlt. Wir sitzen auf der Citadel fest während die Reaper in aller Ruhe unsere Schiffe in handliche Stücke schneiden, ich hab nach den ersten Minuten den Funk abgeschaltet und mich lieber auf die Citadel konzentriert, wo ich wenigstens noch etwas ausrichten konnte.“ Shepard nickte Doktor Michel zu, die in einer einstigen Zelle mit einigen ihrer Kollegen die am schwersten Verletzten behandelte, die Ärztin blickte nur kurz auf bevor sie sich wieder auf ihre Arbeit konzentrierte, jedoch konnte Shepard ein kurzes Zeichen von Erleichterung auf ihrem Gesicht erkennen als sie ihn sah. „Wie Sie sehen, haben sich einige Leute hier her retten können, ich glaube sogar sagen zu können, dass wir das größte und bestgeschützte Auffanglager haben, auch wenn wir nur ungefähr 200 Leuten Obdach bieten. Wir hatten zwar sporadischen Kontakt zu anderen Gruppen, die sich an andere Orte wie den Keeper-Tunneln geflüchtet haben, aber nicht für sehr lange.“
Sie erreichten den Hauptsaal des Gefängnistrakts, wo eine provisorische Überwachungsanlage aufgebaut worden war an der C-Sec-Mitarbeiter, Zivilisten und einstige Gefangene zusammenarbeiteten, und nur kurz innehielten als Shepard mit seinem Team eintrat. Einige nickten Shepard zu, andere flüsterten, doch insgesamt blieb jeder professionell bei der Arbeit, Funksprüche wurden abgehört und Aufzeichnungen überprüft, doch viele der Gesichter zeigten eine Spur von sich endlich lösender Anspannung und aufkommender Erleichterung.
„Wie Sie sehen, haben wir alle Kanäle angezapft, die uns zur Verfügung standen, um über die Ereignisse auf der Citadel im Bilde zu sein. Größtenteils war alles nur ein einziges Massaker, aber wir konnten vorhin zumindest kurz Verbindung zu Aria und einigen ihrer Söldner aufnehmen. Die wenigen Überwachungskameras, die wir noch haben, waren eine große Hilfe um ihr, und einer ganzen Schar Zivilisten in ihrem Schlepptau, einen einigermaßen sichereren Weg zu einer Zuflucht zu übermitteln. Hätte nie gedacht, dass Aria und ich mal an einem Strang ziehen, aber nachdem ich bereits die Gefangen frei gelassen hatte, wunderte mich eigentlich nichts mehr, außer vielleicht das ich noch lebe.“ Bailey seufzte und setzte sich vorsichtig auf einen freien Stuhl, dem einer seiner Männer ihm hinschob.
„Wie auch immer Shepard, ich schätze Sie sind nicht hier, um uns hier raus zu holen oder?“
Shepard wollte ansetzen. um die Lage zu erklären, aber Bailey schnitt ihm mit einer raschen Handbewegung das Wort ab. „Wir haben Informationen über einen der Hauptleiter den die Reaper nicht komplett abgeschaltet haben, wir wissen Bescheid dass die Flotten die Reaper angreifen und das die Sache nicht allzu gut steht, das brauchen Sie niemanden hier zu erklären.
Wir haben auch Andersons Ankunft auf der Citadel mitgekriegt und ihren eigenen vorhin, aber ehrlich gesagt hat keiner von uns damit gerechnet, dass man sie hierher schicken würde, um uns den Arsch zu retten, obwohl dieser Spectre sein Signal aktiviert hat und das erste Rettungs-Team scheiterte.
Allerdings war uns auch klar, dass - selbst wenn wir die Cerberus-Belagerung überstehen - uns niemand hier raus bringen kann. Eine Abholung wäre viel zu gefährlich und zeitaufwendig, außerdem wäre unsere Fracht zu wertvoll. Nein Shepard, es ist in Ordnung, wenn wir hier bleiben und uns weiter verschanzen, einen Trupp meiner besten Leute werden sie wohl gebrauchen können um…“.
Shepard wollte den Commander gerade unterbrechen, um ihn zu fragen welche besondere „Fracht“ er abseits von den Zivillisten denn meinte, als ihm jemand zuvorkam.
„Commander Shepard! Man sagt bei ihrem Volk wohl nicht umsonst das alle guten Dinge drei seien, was?“ Shepard musste nur leicht den Kopf drehen, um den turianischen Ratsherren zu sehen, der den drei anderen Ratsmitgliedern vorausging, aber nicht den schwer bewaffneten turiansichen Soldaten mit Spectre-Insignien überholte. „Commander Bailey“, begann der fremde Spectre und nickte Shepard zu. „Haben sie seinen Status überprüft?“, fragte der Turianer skeptisch mit Blick auf den Commander und sein Team. „Er hat die Cerberus Soldaten erledigt und uns gerettet, ihr Signal hat Ihn hierher geleitet, wenn Sie den Verdacht haben, dass er indoktriniert ist, nur zu, knallen Sie ihn doch ab und sehen Sie zu, wie die Reaper uns zusammenhäckseln.“
Der Spectre sah Bailey grimmig an, der wiederum die Arme lässig kreuzte und die Sache als erledigt anzusehen schien. Shepard schüttelte den Kopf, als er sah, wie Zaeed eine Hand auf seine Waffe legte, um für alles gewappnet zu sein, doch wieder kam ihm Sparatus zuvor. „Jentus, treten sie zurück, der Commander ist völlig vertrauenswürdig. Shepard hat uns jetzt schon zum dritten Mal gerettet, ihm erneut nicht zu vertrauen, wäre kein Akt von Vorsicht, sondern eine Dummheit, die man schon viel zu oft begangen hat.“ Der turianische Spectre trat auf den Befehl seines Ratsherrn hin zögernd zur Seite, nicht jedoch ohne sich zu verteidigen. „Wir haben bereits zu viele Agenten und Aktionen an diese Indoktrination verloren, ich wollte nur ihre Sicherheit gewährleisten.“
„Schon in Ordnung. Sie tun nur ihre Plicht“, beruhigte Tevos den Turianer bevor sich die Asari-Ratsherrin an Shepard wandte. „Shepard! Sie wissen gar nicht, wie froh wir sind sie hier zu sehen, ehrlich gesagt hatte ich befürchtet die Reaper würden uns wie alle anderen zuvor ebenfalls auslöschen, bis Bailey uns sagte das Sie hierher unterwegs wären.“ „Sie hat Recht, Commander.“ Erklärte Valern als Vertreter der Salarianer. „Jetzt wo sie vor uns stehen, glaube ich einfach nicht, dass die Reaper noch lange eine Bedrohung darstellen werden.“ Der Salarianische Ratsherr neigte kurz den Kopf in Ashleys und Zaeeds Richtung. „Und gut, dass sie sich professionelle Hilfe geholt haben.“
Auch Dominic Osoba nickte dem Commander zu und drückte als neuer Vertreter der Menschen im Rat seine Anerkennung aus bevor Shepard dazu kam sich endlich frei zu machen. „Sie haben hier tatsächlich hervorragende Arbeit geleistet“, stimmte er Bailey zu, der sich mit einem stolzen Grinsen auf dem Gesicht zu dem Rat drehte. „Ohne ihre Spectre hätten sie es nie hierhergeschafft und außerdem hatte die Sache ja ihren Preis.“ Er seufzte theatralisch.
„Shepard, sie müssen mir helfen, reden sie mit diesen Leuten. Verhindern sie, dass man mich zum Executor befördert, ansonsten überlege ich es mir zweimal ob ich nochmal…“ „Wir sollten uns auf das Wesentliche konzentrieren“, bemerkte Jentus bevor Bailey ausgesprochen hatte und nickte zu den Überwachungskameras. „Was ist mit den Bildern, die sie gespeichert haben bevor die Verbindung zur Ratskammer abbrach?“
Bailey nickte und gab auf den Wink des Spectres hin rasch eine paar Befehle in seine Konsole ein.
„Vielleicht hilft ihnen das etwas weiter, Cerberus hat die Verbindung rasch unterbrochen nachdem sie durch das Portal auf dem Präsidium angekommen waren und die Ratskammer nach heftigem Wiederstand eingenommen hatten.“
Bailey lehnte sich zurück und ließ das Video ablaufen.
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Der Cerberus-Soldat drückte den Lauf seiner Waffe auf die Stirn der bereits am Boden liegenden Asari und drückte ab. Die Kriegerin war umring von toten Cerberus-Soldaten und auch der Rest der Ratskammer ließ auf heftigen Wiederstand mit starken Geschützen und Scharfschützen schließen, denn tote Cerberus-Soldaten bedeckten alle paar Meter den Boden.
Der Unbekannte betrat, flankiert von zwei Centurios, das Bild und trat leicht an den Bauch der toten Asari. „Die Spectre des Rats sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren.“
Er gönnte sich einen tiefen Zug aus seiner Zigarette und ließ den kurzen Stummel auf die Leiche fallen. „Bereiten sie alles vor, die Reapertruppen werden bald die Citadel aufgemischt haben, finden sie den Rat und schalten sie ihn aus.“ Einer der beiden Centurios trat aus dem Bild und ein Trupp Cerberus-Soldaten schob zwei große Metallbehälter mit Antigrav-Funktion ins Bild.
„Lief alles wie geplant?“ Der Centurio nickte mit Blick auf die schwebenden Behälter. „Die Behälter waren an ihrem Platz, der dritte ist bereit und der Trupp in Position. Niemand, weder C-sec noch die Reaper sollten einen Verdacht geschöpft haben.“ Der Unbekannt zündete sich eine neue Zigarette an. „Sorgen sie dafür, dass wir die Kontrolle über die Hauptsteuerung der Citadel bekommen, mit den nötigen Sicherheitsmaßnahmen. Wir müssen die Citadel sowie das Portal jederzeit öffnen können, und zwar bevor die Völker einen Rückeroberungsangriff starten oder diesen lächerlichen Tiegel einsetzen wollen.“
„Sofort Sir!“ Der Centurio verschwand in Richtung der Citadel-Kontrolle.
„Und schalten sie die Überwachung im Raum aus, man weiß nie wer noch alles mithört.“
Der Unbekannte drehte sich und blies Rauchringe in die Luft während seine unmenschlich blauen Augen direkt die Kamera fixierten.
"Zeit für Cerberus die Tore des Hades zu öffnen", meinte der Unbekannte leicht schmunzelnd.
Nur einige Augenblicke später wurde das Bild schwarz.
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„Wir wissen, dass das nicht viel ist Shepard, aber das ist alles, was wir haben.“ Shepard dankte Bailey knapp und blickte für einen Moment ins Leere. „Wie ist Cerberus auf die Citadel gelangt?“, fragte er nachdem er seine Gedanken gesammelt hatte. „Über das Massenportal, das auch sie genutzt haben, es war die gesamte Zeit zuvor inaktiv und unter strenger Beobachtung. Er muss irgendwie Zugriff darauf bekommen haben“, erklärte Bailey.
„Nun gut, es hilft wirklich nicht viel, aber wenigstens wissen wir jetzt, dass Cerberus etwas mit diesen Metallbehältern vorhaben muss, und einen Plan mit einem Portal verfolgt, vielleicht hilft uns das später noch etwas weiter.“ „Shepard! Sind sie da?“ Statt Shepard nahm Ashley den Funkspruch von Major Coats auf und der Rest des Teams sowie Bailey klinkten sich in das Gespräch mit ein. „Ashley Williams hier. Wir haben den Grund für den Notruf festgestellt und eine große Gruppe von Überlebenden gefunden, der Rat ist unter ihnen.“ „Der Rat?... Unter anderen Umständen wäre das eine gute Nachricht, aber…“ „Sie wissen dass wir sie nicht evakuieren können, bieten uns jedoch Unterstützung an.“ Beruhigte Ashley den Major knapp.
„In Ordnung, aber was auch immer sie machen, beeilen sie sich, wir haben die Aufzüge gleich soweit und die Flotte hat sogar ein paar gute Nachrichten für uns, naja wie man‘s nimmt. Beeilen sie sich einfach.“ „Verstanden, wir sind unterwegs.“ Shepard straffte sich und Bailey rief nach Garon, einem seiner Männer, der einen der besten Trupps unter sich hatte, um dem Angriff auf den Citadel-Turm zu unterstützen. „Egal was passiert Shepard…“ begann Ratsherrin Tevos, „Selbst wenn sie scheitern, was ich nicht glaube, wissen wir alle, dass sie ihr Bestes gegeben haben.“ „Viel Glück Commander!“, wünschte Dominic Osoba mit ernstem Blick.
Auch die beiden anderen Ratsherren gaben ihm ermutigende Worte mit auf den Weg und Sparatus befahl ihm sogar in einem Stück zurück zu kehren, damit er dem Commander seinen lange verdienten Orden überreichen konnte, der Turianer schien seine frühere Skepsis gegenüber Shepard wettmachen zu wollen. Jentus dagegen überprüfte nur seine Waffe bevor er Shepard ansprach.
„Ich schätze ich sollte mitkommen nicht wahr? Es sind kaum noch Spectres übrig, die der Krieg nicht verschlungen hat und mich juckt es in den Fingern, unsere Kameraden zu rächen Shepard.“ Doch dieser schüttelte nur sacht den Kopf. „Jemand muss den Rat beschützen und dieses Lager hier zusammenhalten, ich will nicht zurückkehren und feststellen müssen, dass die Reaper oder Cerberus diese Zivilisten mitsamt der Führungsriege der galaktischen Gemeinschaft ausgelöscht haben.“ Der Turianer zeigte etwas, dass wohl ein Grinsen sein sollte. „Wie sie wollen Shepard, ich werde mich nicht aufdrängen und der Rat, sowie diese Zuflucht bedürfen meiner Aufmerksamkeit. Aber falls sie versagen, werde ich wohl derjenige sein, der ihnen die Show stiehlt.“ Der Spectre grinste noch breiter und zeigte dabei seine Zähne, doch das Grinsen gefror wieder und er sah Shepard ernst an.
„Oder warten sie, am besten sie bleiben am Leben, toten Helden baut man Statuen und erklärt sie am Ende noch zu Halbgöttern oder Mythen. Mit sowas kann ich nicht mithalten.“ Der Turianer schüttelte den Kopf und Bailey lachte nur herzhaft.
„Also egal was sie machen Shepard, sie können nur gewinnen. Die Reaper werden sie auf ewig nicht vergessen, wenn wir verlieren. Wenn sie sterben, baut man ihnen Statuen und wenn sie leben müssen sie sich vor Orden und Beförderungen retten.“ Bailey lachte und hielt sich die verletzte Seite, während Jentus ihn verwirrt ansah und Ashley dem Commander eine Hand auf die Schulter legte.
„Hoffen wir dass wir ohne Statuen auskommen.“
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