Fanfiction - Ein alternatives Ende für Mass Effect 3 (3)

Datum: 17.06.2012
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Erstens kommt es anders...

Shepard rammte ein neues Thermomagazin in seine Waffe und kauerte sich hinter die nächste Deckung. Seine Glieder schmerzten und er hatte schon einmal besser gekämpft, er hätte vielleicht doch auf die Warnungen des Arztes auf der Erde hören sollen. Selbst wenn die Verletzungen, die er beim Angriff auf den Strahl erlitten hatte, nicht lebensgefährlich waren, so bereiteten sie ihm in immer noch Schmerzen, die durch die Kämpfe nur noch stärker wurden und seine Konzentration schwächten. Doch er hatte bereits Akuze überlebt und soweit er sich erinnern konnte, hatte er es dort trotz schlimmerer Verletzungen raus geschafft. Der Commander aktivierte eine neue Dosis Medigel und atmete durch, als die Schmerzen sich verringerten. Coats Männer und Garons C-Sec-Trupp hatten zusammen mit Shepards Team bereits den größten Teil der Ratskammer zurückerobert, einzig und allein auf den letzten Metern zur Citadel-Kontrolle wurden sie von den feindlichen Geschützstellungen immer wieder zurück geworfen.

Während kaum noch mehr als ein Dutzend Cerberus-Soldaten in ihrem Weg stand, waren die vier Geschütze die schwierigste Hürde die es noch zu nehmen galt. Coats Männer feuerten immer wieder sporadisch auf die feindlichen Stellungen, doch wenn überhaupt fiel nur einer ihrer eigenen Soldaten, die Cerberus-Techniker mussten die Geschütze wohl immer wieder in Stand setzen und durch ihre erhöhte Deckung waren sie nur schwierig zu treffen. Es musste einen Weg geben die Geschütze auszuschalten, andernfalls war ihr Trupp gezwungen einen verehrenden Frontalangriff starten. Dessen Erfolgschancen, durch die hohen Verluste, die sie durch die hartnäckigen und gut positionierten Verteidiger, erlitten hatten, nicht sehr hoch standen.

Also flankte Shepard zur nächsten Deckung und machte die EMP-Granaten in seiner Hand scharf, auf der gegenüberliegenden Seite der Ratskammer tat Ashley dasselbe und Coats gab ihnen über Funk den Befehl zum Losschlagen, als sie beide in Position waren. Ohne zu zögern warf Shepard seine Granate über die Deckung des Feindes und legte dann sofort seine Revanant auf das Ziel an. Jeder Schuss ließ einen leichten Schmerz durch seine Schulter fahren, doch Adrenalin durchflutete seinen Körper und er ignorierte den Schmerz genauso wie den Umstand, dass das Geschütz auf das er feuerte zwar durch den elektromagnetischen Puls ausgeschaltet worden war, aber ein in Deckung befindlicher Techniker bereits daran arbeitete es wieder zu aktivieren.
Gerade als das Geschütz mit einem Surren wieder zum Leben erwachte und mehrere Geschosse von seinen Schilden abgefangen wurden, sprengte sein Beschuss die Munitionskammer des Geschützes und eine Explosion trieb die Barrikaden auseinander.

Ashley hatte auf ihrer Seite ihr Geschütz ebenfalls ausgeschaltet und gab den nun vorrückenden Allianz-Soldaten Feuerschutz, diese warfen ihre verbliebenen Granaten über die Deckung des Feindes und brachten noch mehr Verwirrung über sie, doch die letzten zwei Geschütze waren nicht so leicht zu zerstören und töten fünf Soldaten, bis einer der letzten Kroganer mit jedem Schritt drei Stufen gleichzeitig nahm, die stürmenden Soldaten überholte, über die Deckung hechtete, und eines der Geschütz mit seinen Füßen zu Boden schleuderte.

Kurz darauf wurde er von Cerberus-Soldaten niedergestreckt, doch Coats Trupp hatte bereits das letzte Geschütz eliminiert und sie drangen weiter vor während Shepard ihnen Rückendeckung gab und jeden Cerberus-Soldaten erledigte, der sich traute seinen Kopf aus der Deckung zu strecken.

Das folgende Feuergefecht hielt nicht lange an und die noch verbliebenen Cerebrus-Soldaten wurden ohne Zögern niedergemacht, keiner wollte das Risiko eines lebenden Cerberus-Agenten eingehen, nur der schwerverletzte Centurio der Einheit wurde vor Major Coats geschleppt, um ihn zu Verhören.

„Wir bekommen natürlich kein Wort aus ihm raus, wie erwartet“, erklärte der Major als Shepard zu ihm aufschloss und die Soldaten bereits geräuschvoll die Gegend sicherten. „Schade, dass er bereits verletzt ist, ansonsten hätte ich ein paar schmerzhafte Methoden ausprobieren können, die wir bei C-Sec nie anwenden durften“, meinte Garon, wobei der Turianer, dem noch röchelnden Centurio einen bösen Blick zuwarf. Coats zuckte nur mit den Schultern und drückte dem Feind seine Pistole an den Helm, doch nun schien der Centurio plötzlich seine Chance für kryptische Warnungen zu sehen und begann zu keuchend zu sprechen.

„Jeder Schritt… den ihr tut, bringt euch Verderben. Jeder Handgriff ist euer…“. es krachte zweimal und der Centurio ruckte zurück, sein Helm war durch die Schüsse aus nächster Nähe aufgeplatzt wie eine reife Melone. Coats steckte seine Pistole wieder ein und schüttelte angewidert den Kopf. „Entweder sie sind still wie die Fische oder sie geben irgendwelchen zweideutigen Bullshit von sich“, ärgerte sich der Major und runzelte die Stirn während Shepard sich umwand und Ashley folgte, die auf direktem Weg zur Citadel-Kontrolle in der Mitte des Raums war. Ein leichtes Gefühl von Unbehagen überkam ihn als er wieder dort stand, wo er vor so langer Zeit die Arme der Citadel geöffnet hatte, um der Flotte die Zerstörung der Sovereign zu ermöglichen; derselbe Ort an dem er Saren gestellt hatte.

Er sah Ashley über die Schulter, als sie die Kontrolltafel der Citadel aufrief und die Daten durchging. „Es ist seltsam oder?“, fragte sie ohne ihren Blick von der Holo-Tafel zu wenden. „Wieder hier zu stehen. Erneut. Um die Galaxie vor der größten bekannten Bedrohung zu retten. Es scheint in einem anderen Leben passiert zu sein.“ „Wir werden auch diesmal nicht versagen, nicht so kurz vor dem Ziel“, erklärte Shepard und versuchte zuversichtlich zu klingen. Ashley nickte nur und blickte weiter auf die Kontrolltafel, während sie nach einem Weg suchte die Citadel-Arme zu öffnen und dabei Datenfelder durchging, die Cerberus vor ihnen aufgerufen hatte. „Es sieht ganz so aus als hätte Cerberus ähnlich gehandelt wie Saren zuvor, sie haben irgendwie das Portal auf dem Präsidium geöffnet und sich zur Ratskammer durgekämpft, während die Reaper die Citadel-Flotte erledigt haben. Einziger Unterschied war wohl das die Citadel diesmal besser vorbereitet war und einen guten Kampf geliefert hat.“ Sie sah auf und blickte zu den Leichen der Cerberus-Soldaten. „Leider nicht gut genug.“

Shepard ging nicht darauf ein, die Kontrolltafel erregte seine Aufmerksamkeit. „Sie scheinen dabei gewesen zu sein eine Art Portal zu aktivieren, nach diesen Daten war das sogar ganz in…“ Ab da ging alles zu schnell, als dass jemand hätte rechtzeitig hätte reagieren können, und jeder der doch schnell genug war, starb nur eines raschen Todes. Was Shepard zuerst hörte, war Gewehrfeuer aus den Gängen, die Coats Trupp sichern wollte und als er nach seiner Waffe greifen wollte, zersprang das Glas unter der Citadel-Kontrolle. Eine Art Roboter, der eine grobe menschliche Form hatte sprang aus dem kleinen Garten, in dem Shepard einst Saren besiegt hatte, herauf, landete mit einem Krachen vor Ashley, schlug sie zur Seite, so dass sie gegen das Geländer geschleudert wurde und griff mit einer seiner Klauenhände nach Shepard.

Das Wesen packte ihn am Hals und drückte zu, nur leicht zwar, doch stark genug, dass dem Commander der Atem weg blieb, etwas mehr Druck und das Ding hätte ihm den Hals zerquetscht. Und während dies in nur einigen Sekunden passiert war, hatten auch die versteckten Cerberus-Soldaten erneut die Ratskammer geflutet und das Feuer auf jeden eröffnet, der in der Lage schien Wiederstand zu leisten.

Der Großteil von Cotas ohnehin schon knappen Männern wurde in wenigen Sekunden niedergemacht, die die überlebten waren schlau oder feige genug die Waffen weg zu werfen oder wurden einfach überwältigt. Coats schaffte es gerade mal seine Pistole zu ziehen, als er von einem zweiten Roboter-Wesen überwältigt wurde, das gleichzeitig Garon mit einer Klaue die Seite aufriss und ihn zu Boden schickte, insgesamt überlebte nur ein knappes Dutzend Soldaten den Überraschungsangriff. Der klägliche Rest ihres Verzweiflungsangriffs wurde zusammengepfercht, geschlagen und entwaffnet. Jeder Schuss, der während des Kampfes auf das Roboter-Wesen abgegeben wurde, das Shepard hielt, prallte an seiner dicken Panzerung ab und schien es nicht im Geringsten zu stören, so dass es nicht lange dauerte bis Shepard begann nach Luft zu ringen und sich an seinen Sehrändern schwarze Flecken bildeten.

Unverhofft erklang eine nur allzu vertraute Stimme.

„Das genügt!“ Mit einem Mal ließ das Wesen Shepard los, so dass er neben Ashley zu Boden fiel, die sich gerade erst benommen aufrappeln konnte. Er brauchte einen Moment, um nach Luft zu ringen und wieder klar denken zu können während das Roboter-Wesen ihn mit hellgelben Augen beobachtete und auch nicht einschritt als Ashley sich zu ihm schob und ihm aufhalf.
Von Coats Männern und dem C-Sec-Trupp war nichtmehr viel übrig. Ein einziger Kroganer, der einzige Geth im gesamten Trupp, zwei Turianer, davon nur einer von C-Sec, ein salarianischer Techniker, eine Asari, zwei Allianz-Marines, nur einer von ihnen gehörte noch zu Andersons Trupp, ein Blue Suns-Söldner und ein angeschlagener quarianischer Marine war alles was sich noch auf den Beinen hielt und von Cerberus-Soldaten umringt die Hände hinter dem Kopf verschränkt hielt.
Nun war auch der zweite Vorstoß kläglich gescheitert.

„So sieht man sich wieder. Was Shepard?“ Ohne aufzusehen, spürte er wie der Unbekannte dort wo ansonsten immer der Rat tagte einen tiefen Zug aus seiner Zigarette nahm und ihn herablassend musterte. Der Commander hielt den Blick gesenkt und starrte zu Boden. Sie waren so nahe dran gewesen die Citadel zu öffnen und mit einem Mal hatte man ihnen den Boden unter den Füßen weg gezogen, stadtessen war dort nun ein unendliches, kaltes Nichts. Shepards Beine wankten leicht, als seine Schmerzen wieder stärker wurden.

„Sehr schade das ihr sinnloser Angriff so enden musste, aber ich wusste einfach, dass sie es nicht lassen können.“ Shepard ballte die Hände zu Fäusten und sah auf. „Ist das Ihr Weg die Menschheit zu retten? Indem sie sich mit den Reaper verbünden?! Weil sie der einzige Weg zu unserer Erlösung sind? Unserem Aufstieg?! Unserem Erweiterung…?!“ Der Unbekannte unterbrach Shepard mit einem hellen Lachen. „Sie denken, dass ich indoktriniert bin? Das ich auf einmal die Reaper als Götter anbete? Welch lustiger Gedanke. Sie unterschätzen mich.“

Der Unbekannte schüttelte immer noch lachend den Kopf und lächelte Shepard fast freundlich an. Ungefähr so freundlich wie das geduldige Lächeln eines Vaters, der versuchte seinem fehlgeleiten Sohn zur Umkehr zu überreden. „Sehen sie sich doch einmal dieses Wesen an, das sie gerade eben so mühelos besiegt hat.“

Shepard starrte den Roboter an, der ohne eine Regung zurückstarrte bis Shepard den Blick abwand und zu dem zweiten metallischen Wesen blickte, das die krallenartige Hand um Coats Genick gelegt hatte und ihn auf die Knie drückte. Die Augen sowie einige Schnittstellen des zweiten Wesens leuchteten Blau und es starrte ihn ebenso durchdringend an wie das Wesen direkt vor ihm, als er sich wieder zu dem ersten Roboter umwand, traf ihn die Erkenntnis wie ein elektrischer Schlag.
Der Unbekannte hatte es tatsächlich geschafft. Zwei Metallbehälter hatte der Unbekannte in die Ratskammer schaffen lassen, zwei Reaper waren plötzlich inaktiv. Die gelben Augen des Vorboten starrten den Commander unverwandt an. Der Unbekannte bemerkte Shepards entsetzten Gesichtsausdruck und nahm demonstrativ gelassen einen Zug aus seiner Zigarette.
„Überrascht?“ fragte er süffisant Lächelnd.

Shepard antworte nicht und versuchte einen Ausweg aus seiner Notlage zu finden, zwar lag seine Waffe hinter ihm am Boden und er hatte seine Pistole immer noch gehalftert doch Cerberus-Soldaten hatten ihre Waffen auf ihn gerichtet, und die Reapermaschienen standen unter der Kontrolle ihres Anführers, der einzige Ausweg aus dieser Hölle war der Tod. „Sie hätten wissen sollen das ich Erfolg habe würde Shepard. Die Reaper haben mich nicht indoktriniert, man könnte wohl eher sagen ich habe sie indoktriniert“, meinte der Unbekannte mit einer Spur von Stolz in seiner Stimme.

„Ich wusste von den Reapern vor allen anderen, ich hatte Zeit mich vorzubereiten, sie zu studieren, besser als jeder andere vor mir. Und zwar nicht nur anhand von wagen Theorien, sondern anhand von festen Beweisen. Beweise die sie mir beschafft haben, Shepard. Zuerst die Sovereign, die man dank ihrer Hilfe zerstören konnte, einige ihrer Teile fielen mir in die Hände, einige sofort nach ihrer Zerstörung, andere später durch Unterhändler. Ihre Teile steckten voller Erkenntnisse, die nicht nur mir zugutekamen Shepard. Aber ihre Weigerung mir zu helfen, als sie die Kollektoren-Basis sprengten, hat mich schwer enttäuscht, auch wenn meine Bergungstrupps einiges retten konnten bevor der Rest von den Fluktuationen im Inneren der Galaxis verschlungen wurde, hätte es mich fast meine gesamte Forschung gekostet.

Ich hoffe sie verstehen, dass ich deswegen nicht allzu gut auf sie zu sprechen bin.“ Der Unbekannte machte eine kurze Pause und nahm erneut einen Zug aus seiner Zigarette. „Aber am Ende haben sie mich doch nicht enttäuscht und sind direkt hierher zu mir gekommen, ich dachte mir doch, dass ich mich letztendlich auf sie verlassen könnte.“ Ashley warf Shepard nur einen kurzen Blick zu bevor sie sich an den Unbekannten wandte.

Wenn Blicke töten könnten, wäre das Universum in diesem Moment sofort um einen Vertreter der menschlichen Rasse ärmer geworden. „Sie selbstgefälliges Schwein!“, rief die Allianz-Soldatin wütend. „Wir haben ihre Basis auf Horizon gesehen, die Folter die sie den Zivilisten dort angetan haben! Ihre Experimente mit den Rachni und den Husks! Sie sind kein Mensch, nicht wirklich! Sie sind ein bedauernswertes Monster, das man einschläfern sollte!“ Ashley bebte am ganzen Leib vor lauter Zorn und Shepard wich unwillkürlich einen halben Schritt zurück.

Doch der Unbekannte lächelte nur und nahm aus sicherer Entfernung den nächsten Zug aus seiner Zigarette. „Sie haben wohl doch nicht mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen, wie ich es ihnen geraten hatte, was Shepard? Ich kann sie fast verstehen.“
Der Unbekannte schnippte seine fertiggerauchte Zigarette weg und musterte Ashley, die wütend seinen Blick erwiderte.
„Ihnen habe ich es wohl zu verdanken das Udina jetzt tot ist, Miss Williams, richtig? Ich kannte ihren Großvater, ein pflichtbewusster Mensch. Aber, sie haben Recht, diese Experimente waren makaber, ohne Zweifel, doch viele vergessen dass es solche Experimente sind, die wir brauchen, um uns weiter zu entwickeln. Oder uns, wie in unserem Fall, vor unseren Feinden zu schützen. Makaber, doch notwendig, und wir waren die einzigen, die mutig genug waren sie auszuführen, wo andere, wie der Rat, zu feige waren und sich hinter Moral und Ethik versteckten. Aber was sie richtig bemerkt haben: ja, ich bin ein Monster. Zumindest in ihren Augen. Doch sie sollten langsam wissen, dass das Universum voller Monster ist, niemanden ausgenommen, wir Menschen sind nur die effektivsten unter ihnen.“

Ashley öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch die Maschine unter der Kontrolle des Vorboten machte einen drohenden Schritt auf sie zu und sie begnügte sich mit einem lautlosen Fluch. Der Unbekannte zündete sich unterdessen unbekümmert eine neue Zigarette an.

„Shepard öffnen sie die Arme der Citadel.“ Erst rührte sich der Commander auf den Befehl des Unbekannten hin nicht, selbst als der Vorbote einen Schritt zur Seite trat und den Weg zur Kontrolltafel frei gab. „Ich bin nicht ihr Feind Shepard, öffnen sie die Arme wenn sie den Tiegel in Position bringen wollen. Am besten heute noch, bevor die Reaper sich wieder formieren.“ Shepard wechselte einen Blick mit Ashley, doch sie war sich ähnlich wie er nicht sicher, was sie davon halten sollte und mied seinen Blick.
Als die Cerberus-Soldaten schließlich ihre Waffen auf die Gefangenen richteten, trat er vor und gab die Befehle wiederstrebend in die Konsole ein. „Melden sie sich bei Admiral Hackett, sagen sie ihm dass alles in Ordnung ist und dass er den Tiegel los schicken kann.“ Der Unbekannte legte Autorität in seine Stimme, doch die brauchte er eigentlich nicht, denn der Vorbot trat unvermittelt einen Schritt an Ashley heran.

Die Drohung war subtil aber dennoch eindeutig. „Admiral Hackett?“, begann Shepard seinen Funkspruch als er den Kanal richtig eingestellt hatte, seine Stimme zitterte zu seinem eigenen Erstaunen kaum. „Shepard? Sind sie das? Gott sei Dank!“, atmete der Admiral auf, selbst über Funk konnte man seine Erleichterung deutlich hören. „Ich sehe gerade, dass die Arme der Citadel sich öffnen, der Tiegel ist bereits im System, haben sie alles unter Kontrolle?“

„Alles unter Kontrolle Admiral. Schicken sie den Tiegel rein. Wir werden hier Stellung beziehen falls sie uns erneut brauchen oder die Reaper mit Bodentruppen angreifen.“ „In Ordnung, Shepard, der Tiegel ist unterwegs, es sieht zwar so aus als würden die Reaper uns Steine in den Weg legen, aber bisher bleiben die meisten immer noch bei ihren inaktiven Kollegen und bleiben passiv.“

Der Commander musterte die schweigenden Maschinen neben sich in denen die Reaper irgendwie gefangen gehalten wurden mit einigem Unbehagen. „Wenn ich sie brauche, melde ich mich wieder Shepard. Bis dahin, haben sie den Befehl diese Schlacht zu überleben. Hackett Ende.“

Shepard kappte wortlos die Funkverbindung und sah erwartungsvoll zu dem Unbekannten auf. „Gute Arbeit, wie immer Shepard, jetzt lassen sie jemand anderen an die Arbeit gehen.“ Shepard trat zur Seite als der Vorbote zur Kontrolltafel trat, seine Finger ausstreckte und dann ohne sich zu bewegen mit der Citadel-Kontrolle kommunizierte, nur ein leises Summen und das helle leuchten seiner Schnittstellen verriet das er überhaupt aktiv war.

„Nun da unser gemeinsamer Freund beschäftigt ist, glaube ich dass ich ihnen einige Antworten schulde, nicht war Shepard? Für die gute Zusammenarbeit.“ Ashley funkelte den Unbekannten in stiller Wut an, als dieser das letzte Wort hochmütig betonte und sie herausfordernd musterte.

„Ach ja, falls ich ihn noch nicht vorgestellt habe…“ Der Unbekannte wies auf das Roboter-Wesen mit den blau leuchtenden Schnittstellen, das das Coats immer noch festhielt. „Ich fand den Namen den er mir vorschlug etwas lange und ermüdend, weswegen ich ihn der Einfachheit halber Luzifer nenne.“

Der Unbekannte lachte kurz, als der Reaper mit der freien Hand salutierte und sich dann verbeugte wie eine Spielfigur. „Ich weiß, das ist nicht gerade ein origineller Name, aber mir kam er passend vor, und wir gaben dem Vorboten schließlich ebenfalls einen Namen, den er nie gewählt hat. Außerdem sehen sie ja gerade, dass er diesen Namen sehr zu mögen scheint.“ Der Unbekannte hatte es tatsächlich geschafft die Reaper unter seine Kontrolle zu bringen, der Reaper namens Luzifer machte einen Unsinn nach dem anderen, er wankte mit dem Kopf, schien lautlos zu lachen und das alles ohne das der Unbekannte einen Knopf drückte musste oder sonst wie einen Befehl gab, die beiden Reaper waren wie Marionetten, nur ohne sichtbare Fäden.

„Ich warte auf ihre Fragen Shepard! Es wird eine Weile dauern bis der Tiegel hier ankommen wird und der Vorbote ist ebenfalls noch eine Weile beschäftigt, wir haben also Zeit, und sie wollen doch nicht für mich arbeiten, wenn sie immer noch Fragen auf dem Herzen haben oder?“ Shepard nickte und entschied die Gelegenheit beim Schopf zu packen, er wollte wenigstens nicht unwissend sterben. Und die Chancen den morgigen Tag nicht mehr zu erleben, standen denkbar hoch.

„Wie kontrollieren sie die Reaper? Wie haben sie das geschafft? Und wieso nur zwei?“ Shepard versuchte möglichst freundlich zu klingen, vielleicht konnte er den Unbekannten noch irgendwie täuschen. „Eine interessante Frage. Ich muss sagen das es mich einige Mühe gekostete hat, und ohne einige Teile und Daten aus der Kollektoren-Basis hätte ich es wohl auch nicht geschafft ihre Schwächen zu finden. Bemerkenswert war, dass sie überhaupt irgendwelche Schwächen hatten, wer auch immer es zuvor bereits versucht hat die Reaper zu kontrollieren, hatte wohl kaum genug Zeit ihre Knackpunkte zu finden oder hat gleich den Fehler begangen alle gleichzeitig kontrollieren zu wollen, wenn meine Vorgänger überhaupt so schlau waren sich gegen die Indoktrination zu schützen.

Wenn sie mich fragen, war dieser Schwachpunkt Teil eines Befehls, den die Reaper bei ihrer Erschaffung in sich trugen, wohl um sie im Notfall zurückrufen zu können, von wem auch immer sie erbaut wurden; den erbaut wurden sie wohl, und wenn sie es selbst taten, eine Maschine schlüpft nicht so einfach aus einem schwarzen Loch.“ Der Unbekannte seufzte kurz und legte eine kurze Pause ein, bevor er seinen Monolog stolz fortführte.

„Im Endeffekt habe ich diesen Befehl wieder ausgegraben, den die Reaper selbst so oft überschrieben und abgeändert hatten, wie gesagt fand ich ihn erst in Teilen des toten Reapers aus der Kollektoren-Basis, obwohl ich bereits von Nachforschungen über die stümperhafte Gruppe der Protheaner, die vor so langer Zeit ebenfalls ähnliche Ziele verfolgten, wusste, dass es wohl so etwas geben musste. Mit diesem Befehl und einigen anderen Assen, wie veränderten Reaper-Artefakten, im Ärmel, schaffte ich es schließlich mit den Reapern in Kontakt zu treten und ihnen meine Hilfe anzubieten. Als sie mich schließlich hierher schickten, um für sie Sarens gescheiterte Arbeit zu vollenden, habe ich meine gesicherten Kontrolleinheiten, die Körper der Reaper hier, eingeschaltet und sie in diese Körper gefangen, die sie übernahmen, wie der Vorbote einst die Kollektoren übernahm die sich ihnen in den Weg stellten Shepard. Wie einen Geist in eine Lampe gesperrt, wenn man so will.“

Shepard runzelte die Stirn, der Vorbote, der vor so langer Zeit immer wieder seine Untergebenen Kollektoren direkt kontrolliert hatte, um Shepard aufzuhalten, wurde mit derselben Technik nun in ein Gefängnis aus Metall gebannt wie als wäre er nur ein böser Traum. „Für die Kontrolleinheiten waren ihre gesammelten Daten übrigens ebenso unersetzlich, um die Reaper zu kontrollieren“, fuhr der Unbekannte fort.

„Ein kleiner Teil ihrer Rechenleistung, oder ihrer Seele - wenn man so will und falls sie eine haben - ist quasi handlungsunfähig auf ihren Schiffen zurückgeblieben, doch der größte Teil ist hier und gehorcht meinen Befehlen, nicht zuletzt da ich die Kontrolleinheiten steuere und mit ihrer Zerstörung auch der Teil des Reapers der hier ist stirbt, da er keine Verbindung zu einer anderen Schnittstelle hat. Deswegen wissen die restlichen Reaper auch nicht was mit ihren beiden ältesten Exemplaren passiert ist und verhalten sich im Moment noch so passiv.

Und warum nur zwei unter meiner Kontrolle stehen? Nun, es ist durchaus schwer mehrere von ihnen zu kontrollieren und ich konnte ohnehin nicht mehr als drei Kontrolleinheiten fertigstellen. Aber da sie ja nun hier sind brauche ich die Einheiten bald nichtmehr. Und falls sie sich fragen, warum ich sie so gepanzert und bewaffnet habe; meine Befehlsgewalt über sie ist stark genug, dass ich es riskieren wollte, und sie nicht gegen meine Feinde einzusetzen wäre doch schade nicht wahr? Letztendens war das amüsanteste jedoch ihr Blick als sie den Vorboten endlich erkannt haben.“

Der Unbekannte stemmte stolz seine Hände auf das Geländer des Ratssitzes und wartete auf Shepards Reaktion, der sich Zeit ließ und seine Gedanken ordnete, bevor er einfach mit der nächsten Frage fortfuhr.

„Was war ihr Plan als sie die Citadel zum ersten Mal überfallen haben? Und was sind das für Operationen, die sie über die ganze Galaxie verteilt ausführen?“, wollte Shepard schließlich wissen, es war etwas, dass er sich schon seit einer Weile gefragt hatte und mit etwas anderem als Fragen würde er den Unbekannten wohl nur verärgern. Es bestanden ohnehin kaum noch Chancen der Sache zu entkommen also spielte er das Spiel des Unbekannten mit.

„Nun…“, begann der Anführer von Cerberus und nahm erneut einen Zug aus seiner Zigarette.

„Was diese Operationen angeht, die für sie wohl keinen geordneten Sinn ergeben: Es ging mir einfach darum die Gefahren für die Reaper zu minimieren, es mag seltsam klingen, doch mit jedem toten Reaper sinkt die Anzahl derer, die ich letztendlich kontrolliere, und damit wiederum die Stärke der Menschen, wenn ich die Reaper erst einmal unter meinem Befehl habe. Ich wollte zum Beispiel keine Heilung der Kroganer, da ihre Stärke eine ernsthafte Gefahr darstellt. Doch nicht nur das war mein Ziel, auf Sur’Kesh haben wir von den STG viele Geheime Daten sichern können, auch über die Reaper, genauso wie wir an vielen Stellen in der Galaxis weitere Forschungen über sie angestellt haben, oder einfach versuchten die Fortschritte ihrer Feinde zu untergraben, um die Verluste der Reaper minimal zu halten.“

Der Unbekannte verschränkte die Arme und drehte sich nachdenklich zu dem großen Fenster in der Hinterwand der Ratskammer, wo man nun entfernt aufblitzende Feuergefechte erkennen konnte; die Schlacht im All war noch lange nicht geschlagen.
„Was den ersten Angriff auf die Citadel angeht: Dieses Debakel war eigentlich Udinas Plan. Er trat nach dem Fall der Arcturus-Station an meine Agenten heran und verlangte dass wir der Erde so schnell wie möglich halfen. Niemand weiß warum, vielleicht ein geliebter Mensch, den er zurückgelassen hat, oder die Tat des Verzweifelten?“

Der Unbekannte lachte über seine eigene Melodramatik und nahm erneut einen Zug aus seiner Zigarette.
„Selbst wenn es nur die eigene Profilierungssucht war, er wollte dass wir den Rat stürzen und zumindest die Flotte der Citadel gegen die Reaper im Sol-System wenden. Aber er erwartete zu viel von mir, selbst meine Truppen und Kontakte reichen nicht aus, um eine solche Festung wie die Citadel komplett einzunehmen, vor allem mit knapp zweihundertausend C-Sec-Beamten und der Verstärkung die jederzeit von den Kriegsschiffen um die Station herum her eintreffen konnte.

Wir haben schließlich mehrere größere Teams auf die Citadel geschmuggelt, Udinas Einfluss und meine Kontakte waren sehr nützlich. Das eine Team hat Chaos gestiftet und das andere hat wertvolle Daten von ansonsten sicheren Terminals beschafft oder Wanzen verteilt, und so weiter und so fort.

Ein Team hat zum Beispiel die Kontrolleinheiten für die Reaper zusammen mit anderen Hilfsmitteln für einen zweiten Angriff auf der Citadel versteckt, aber Kai-Lengs Team hat versagt als es den Salarianischen-Ratsherrn sowie seine Kollegen ausschalten sollte, nicht zuletzt dank ihres Drell-Freundes, den ich ihnen leider selbst vorgestellt habe Shepard.

Aber wenigstens waren sie so konsequent und haben Udina erschossen, er war nur ein Risikofaktor. Letztendlich waren die Ratsherren zwar noch am Leben und der Wiederstand gegen die Reaper noch ungebrochen, aber ansonsten war die Aktion ein voller Erfolg, ohne ihn wäre unser zweiter Angriff auf die Citadel wahrscheinlich nicht so gut für uns verlaufen.“
Der Unbekannte blinzelte und neigte den Kopf ein wenig zur Seite, wie als würde er einer anderen Stimme zuhören. „Kai-Leng ist Geschichte, er war nicht gerade ein Gegner um ehrlich zu sein“, sagte Shepard mit so viel Überzeugung in der Stimme wie er sich leisten konnte.

Der Unbekannte sah auf und ein kleines Lächeln spielte um seine Lippen, als er Shepard direkt ansah.
„Wie auch immer. Wie haben sie auf einmal diese Militärische Stärke aufgebaut? Als ich bei Cerberus war bestand die Organisation nur aus ein paar kleinen Teams und war verdammt stolz darauf gerademal eine Fregatte fertiggestellt zu haben?“, schoss Shepard eine weitere Frage nach.

Doch der Unbekannte wollte Shepards Bemerkung über Kai-Leng nicht einfach so fallen lassen.

„Sie haben Recht, Kai-Leng war ein Narr.

Ich dachte einst wirklich er könnte sie ersetzen, aber wie sich herausstellte, steckte nicht so viel Kraft in ihm wie in ihnen. Aber sein eigentlicher Fall war wohl seine eigene Überzeugung über sich selbst. Durch die Verwendung seines ordinären Messers wollte er wohl zeigen dass er seine Opfer aus nächster Nähe erledigen kann, eine sinnlose Angewohnheit, genauso wie seine Idee die Phantome den Cerberus Truppen hinzuzufügen.

Übrigens fand ich die E-Mail, die er ihnen nach Thessias Fall geschickt hat geschmacklos. Aber nun…“
Der Unbekannte nahm wieder einmal einen Zug aus seiner Zigarette und streckte sich leicht, bevor er sich wieder Shepard zu wand.

„…zu unserer plötzlichen militärischen Stärke. Wir erhöhten sie nicht einfach über Nacht, das dürfte ihnen wohl klar sein, Shepard, aber sie sollen ihre Antwort bekommen. Zuerst war es schwierig, das gebe ich zu. Wir hatten zwar mit dem Wissen aus der Kollektoren-Basis eine Möglichkeit unbedingte Loyalität sicherzustellen ohne die Intelligenz des Subjekts zu sehr zu beeinträchtigen. Aber uns fehlten die “organischen Ressourcen“, also haben wir die Zeit bis zum Angriff der Reaper genutzt und eine etwas größere Kolonie untergraben, Vorsitzende bestochen, Sicherheitsbeamte geschmiert, das ganze Programm.
Sie würden sich wundern was alles mit genug Geld zu erreichen ist, Shepard.

Und wer kein Geld nahm, musste um seine Familie fürchten, wer keine hatte oder doch noch störte wurde “ersetzt“. Schlussendlich verschwand die Bevölkerung der Kolonie wie durch Zauberei, wie als hätten die Kollektoren erneut zugeschlagen.“ Der Unbekannte war so sehr auf seinen Monolog bedacht, dass er gar nicht bemerkte, wie Shepard ihn mit wütenden Blicken durchbohrte und Ashley einen Schritt auf den Commander zutrat.

„Mit einem Teil dieser ersten Streitkraft haben wir auch im letzten Moment die Mars-Station überfallen. Doch einen Großteil unsere Mitarbeiter haben wir schlussendlich hauptsächlich aus dem Zuflucht-Programm auf Horizon erhalten, bereits als die Reaper den batarianischen Raum fluteten war der Andrang groß, doch als die Reaper erst die Erde angegriffen hatten, waren es fast schon zu viele, um sie alle unseren Zwecken zuzuführen.“

„Verfluchter Bastard! Hoffentlich schmoren sie im letzten Loch der Hölle!“, zischte Ashley angewidert. Der Unbekannte lachte nur leise, als er ihren zornigen Blick sah. „Wirklich? Haben sie keine Angst, dass ich dem Teufel seinen Platz streitig machen würde, wenn sie mich schon so niedrig schätzen Miss Williams?“

Ashley senkte langsam den Blick und rückte noch einen bisschen weiter in Shepards Richtung.
„Wie auch immer, die restlichen Ressourcen ergaben sich. Männer wie Mirandas Vater, und andere mit vergleichbarem Weitblick, aber kaum anderen Nutzen als ihrem Geld haben Cerberus tapfer unterstützt. Unsere Schiffe konnten wir durch Diebstähle aus Allianz-Werften zu uns hohlen und einige Allianz-Kontakte sind sogar mitsamt ihren Schiffen freiwillig zu uns übergelaufen, andere glaubten einfach unserer Propaganda.

Rüstung, Waffen und andere Hilfsmittel wie der Atlas-Läufer oder die Geschütze wurden in Fabriken bereits produziert, als sie noch bei uns waren Shepard. Alles war so geheim, dass die meisten Geheimdienste den wenigen anderen offensichtlicheren Operationen von uns glauben schenkten von denen EDI ihnen erzählt haben muss. Vielleicht hat jemand etwas geahnt oder die Spectres hatten Informationen, aber letztlich waren die wenigen Angriffe, die wir erfuhren nie wirklich erfolgreich, und das obwohl ein Großteil unserer unwichtigen Standartoperationen aufflog und wir fast schon abgeschrieben wurden.“
Der stolz sprach erneut aus der Stimme des Unbekannten, als er seinen Satz beendete und seine Zigarette wegschnippte.
Er neigte erneut den Kopf, wie als lausche er einer fernen Stimme, bis er plötzlich die Hand hob und Shepard schweigend daran hinderte eine weitere Frage zu stellen.

„Wie einer meiner Trupps mir gerade mittgeteilt hat, haben sie die gestellte Aufgabe ohne größere Probleme erfüllen können. Wir warten nun nur noch darauf dass der Vorbote seine Aufgabe hier beendet, dann können wir los. Also Shepard, eine letzte Frage haben sie noch.“

Shepard wollte seine Frage stellen, als er realisierte, wie Ashley sich erneut einen halben Schritt näherte und nun in Reichweite seines Waffenhalfters war, das noch immer seine Pistole sowie seine Shotgun fasste. Es durchfuhr ihn wie ein Schock, als er bemerkte was sie vorhatte.

Sie würde versuchen den Unbekannten zu erschießen. Die Cerebrus-Soldaten würden sie ohne mit der Wimper zu zucken in Stücke reißen, bevor sie überhaupt den Abzug drücken konnte. Doch er wusste nicht wie er sie aufhalten konnte, sie mied seinen Blickkontakt und jede Sekunde seines Zögerns würde sie in Gefahr bringen, dass ihr Vorhaben erkannt wurde.
„Wie haben sie es angestellt die Citadel zu erobern? Das Portal auf dem Präsidium war doch inaktiv!“ Der Unbekannte musterte den Commander kurz als seine Stimme sich am Ende des letzten Satzes unkontrolliert hob, doch er schenkte dem kaum eine Sekunde lang Beachtung.

„Wir haben einfach das Portal wieder angeschaltet, dann die restlichen Schläfer-Agenten auf der Citadel aktiviert, die wir noch hatten und einen ähnlichen Angriff gestartet wie Saren zuvor, nur kraftvoller, effektiver und mit einer ganzen Reaper-Armada im Rücken, ein Überraschungsangriff der jede Verteidigung kalt erwischte. Und das Portal wieder zu aktivieren war gar nicht so schwierig, die verwanzten Sicherheitskonsolen der Citadel halfen mit ihren gespeicherten Daten dabei und das Wissenschafts-Team des Rats auf Ilos hatte bereits den Großteil der Daten, die wir benötigten, geborgen. Unsere Hauptquelle waren jedoch die Logs der toten Protheaner-Wissenschaftler die es auf die Citadel geschafft haben. Sie wissen doch noch, Shepard, die Wissenschaftler, die die VI auf Ilos in ihrem Bericht erwähnt haben sollen und die das Signal der nutzlosen Keeper abgeändert haben, um den nächsten Zyklus zu verzögern und dann auf der Citadel festsaßen und dort starben?“

Der Unbekannte wartete nicht auf eine Antwort und zündete sich stattdessen eine neue Zigarette an. Nun suchte Ashley Shepards Aufmerksamkeit, sie deutet nur kurz einen Blick zu Coats Männern an, als Shepard bereits den Kopf schüttelte wollte, um sie von einer Dummheit abzuhalten.
Der Commander riskierte einen Blick und sah wie Coats seine Pistole unter seinen Beinen versteckte, während der Reaper namens Luzifer seinen Blick nicht von ihm ließ. Der Major machte sich bereit zum Gegenangriff, doch er würde gegen diese Übermacht nicht gewinnen können. Viel interessanter jedoch war die Frage warum der Reaper nicht reagierte, denn er musst Coats Aktion doch schon längst bemerkt haben.

„Jedenfalls…“, riss die Stimme des Unbekannten den Commander wieder aus seinen Gedanken, „… hatten die Wissenschaftler einige interessante Daten auf ihrer letzten Ruhestätte in den Tiefen der Keeper-Tunnel zurückgelassen, teilweise gut, um andere ihrer ruinierten Labore zu finden und damit mehr über die Reaper herauszufinden, aber vor allem auch um das Portal auf Ilos wiederherzustellen und den Schwachpunkt der Reaper zu finden.

Wir haben die konservierten Protheaner-Leichen kurz nach dem Angriff der Sovereigen auf die Citadel gefunden, noch während alle mit dem Wiederaufbau beschäftigt waren, haben ich ihre Berichte ernstgenommen und sofort nach Beweisen suchen lassen. Der Rat hatte nie eine Chance etwas Brauchbares zu finden, wir haben alle Beweise mitgenommen oder vernichtet.
Außerdem sollte ich an dieser Stelle zugeben, dass wir für das Abschalten von Vigil auf Ilos verantwortlich sind, einer meiner Agenten muss bei der Erkundung wohl etwas unvorsichtig gewesen sein und die VI hat sich komplett abgeschaltet, als sie seine Implantate entdeckte. Allerdings hat sich der Rat selbst dazu entschlossen meinen gestreuten Berichten zu glauben, dass die Geth die Sovereign selbst erbaut haben könnten; mit ein paar anerkannten Wissenschaftlern unter meinem Diktat, war das kein Problem…“ Der Unbekannte wollte fortfahren, als Shepard ihn aufgebracht unterbrach.

„Sie verdammter Hurensohn!“, zischte er und trat einen Schritt vor, genau so weit das Ashley seine Pistole nicht mehr erreichen konnte. „Sie haben mich nicht nur benutzt! Sie haben auch noch ihr Bestes getan damit niemand irgendwelche Beweise für die Existenz der Reaper findet! Sie…“

„Aber verstehen sie doch Shepard.“ Versuchte der Unbekannte ihn zu beruhigen.

„Selbst vereint können die Völker die Reaper nicht besiegen, wie ihre Flotte gerade am eigenen Leib erfährt, und das obwohl sie durch die Thanix-Waffen und weitere Erforschung von Sovereigns Überresten einen gewaltigen Vorteil gegenüber denen herausgeschlagen haben, die vor uns kamen. Letztlich ist jedoch jeder tote Reaper ein Verlust für uns alle, sobald ich die Kontrolle über sie erlangt habe, ein Risiko dass…“

„Haben sie jemals daran gedacht, wie viele hätten gerettet werden können, wenn sie von den Reapern gewarnt worden wären? Wir…“

„Wir hätten nicht viel mehr erreicht als heute, vielleicht hätten wir mehr Menschen von der Erde retten können, aber sie wäre so oder so gefallen. Niemand hätte das verhindern können, die Reaper sind zu stark, als dass wir sie militärisch besiegen könnten.“ „Sie hintergehen, betrügen, töten und das alles dazu ein bisschen mehr Kontrolle zu erlangen? Sie sind ein kranker Bastard!“, rief Shepard und ballte die Hände zornig zu Fäusten, der Vorbote direkt vor ihm zeigte sich von den Drohgebärden unberührt, nur seine Augen schienen ihn wie immer anzufunkeln.
„Nicht für Kontrolle Shepard, nein. Sondern für Wissen, und für die Menschheit. Durch Cerberus wird die Menschheit stärker. Auch wenn das heißt Opfer zu bringen, egal wie hoch sie sind.“

Der Unbekannte bedachte Shepard mit einem abschätzigen Blick bevor er fortfuhr.

„Aber sie haben noch gar nicht gefragt, wieso ich sie wieder ins Leben zurück geholt habe, und auch nicht wie. Wollen sie das gar nicht wissen?“ Shepard sagte nichts und ließ die Frage an sich abprallen, er hatte das unbestimmte Gefühl, dass ihm die Antwort nicht gefallen würde. „Nun, die Tatsache liegt auf der Hand. Ihre Implantate sind Reaper-Tech.“ Shepard hielt den Blick gesenkt, als Ashley erneut vortrat. „Sie Lügner! Das ist nur ein Trick um uns ein letztes Mal zu verwirren! Aber wir…“
„Nennen sie mich nicht einen Lügner, wenn ich die Wahrheit sage!“, unterbrach der Unbekannte sie aufgebracht.
„Ich habe keinen Grund sie zu belügen und ich habe das auch bisher nicht getan! Wieso sollte ich jetzt damit anfangen?“
Ashley senkte den Blick und versuchte Shepard in die Augen zu sehen, doch er starrte immer noch zu Boden und versuchte zu verstehen.

Sie trat zu dem Commander, nahm seine Hand und drückte sie kurz. Es war eine kleine Geste, das einzige was sie sich unter dem Blick ihres Feindes an Schwäche leisten konnten, doch sie riss Shepard aus seinen trüben Gedanken und er sah auf. Ashley lächelte ihn an und versuchte ihre Sorge zu verbergen, als Shepard wieder den Kopf hob, das Lächeln schwach erwiderte und zu dem Unbekannten aufsah.

„Warum?“, war die einzige Frage, die er stellte.

Er hatte geahnt, dass seine Rettung einen Haken hatte der größer war als eine Zusammenarbeit mit Cerberus, und seitdem er die Logs auf der Cerberus-Basis gelesen hatte, war dieser Verdacht, den er bisher so gut ignoriert hatte, noch stärker geworden. Trotzdem hatte er gehofft, dass er vielleicht nie die Wahrheit erfahren würde.

„Nun,…“, begann der Unbekannte wieder, „als erstes wollte ich vor allem die Reapertechnologie testen, als zweites wollte ich sie sogar wirklich retten, wenn möglich. Sie sind ein Symbol der Hoffnung für die Galaxis, Shepard! Sie haben es geschafft zwei der größten Konflikte der Galaxie zu lösen und die Flotten vereint die für einen Angriff auf die Reaper nötig waren, das ist ihr Verdienst, auch wenn ich ihn nicht wirklich gut heiße.

Des Weiteren wäre ein Held wie sie es sind unter meinem Einfluss ein gutes Ass in meinem Ärmel gewesen, um meine Operationen weiter voran zu treiben und Sympathiepunkte bei den Leichtgläubigen zu erhalten. Als erstes wollte ich sogar tun was Miranda mir vorschlug, die Reaper-Implantate nutzen um sie zu kontrollieren, nur dass sie nicht wusste mit was sie da arbeitet da sie schließlich Vertrauen zu ihnen aufbauen sollte, doch dafür fehlte mir zu dem Zeitpunkt nicht nur die nötige Technologie, sondern die Implantate, die man ihnen einpflanzte machten die Sache sogar schwieriger. Also durften sie ihre Persönlichkeit komplett behalten damit ich sehen konnte, wie das Experiment verlief, wie ich zugeben muss sind sie offenbar der alte geblieben.

Was zwar zu einigen Problemen geführt hat, aber langfristig doch ein ziemlicher Erfolg war.
Aber sie haben auch so ihren vorgesehenen Plan gut erfüllt, die Kollektoren waren keine Bedrohung mehr und vieles weitere, wie die Reste der Kollektoren Basis, fiel mir durch sie in die Arme.“

Shepard biss sich auf die Lippen, als er dem Monolog des Unbekannten zuhörte.
Was wenn er durch diese Implantate bereits indoktriniert war? Die Wahrscheinlichkeit war da, der Unbekannte konnte es nicht tun, aber vielleicht hatten die Reaper selbst ihn hier her gelotst, um sie aus ihrem Gefängnis zu befreien? Und nach allem was er wusste, schien keines der Opfer der Reaper je daran zu zweifeln aus eigenem Antrieb zu handeln, er war hierhergekommen ohne je daran zu zweifeln, dass er die Reaper zerstören würde.

Doch nun war die einzige Chance, die er sah um Cerberus, mit was auch immer sie planten aufzuhalten, die Hoffnung, dass er die Reaper irgendwie frei bekommen konnte und die beiden Gruppen sich gegenseitig zerfleischten, nur wusste er nicht, wie er das anstellen sollte.

Shepard bemerkte fast nicht, wie einer der Allianz-Soldaten weit hinter ihm am Rande seines Sichtfelds eine versteckte Granate zog und sich bereit machte sie zu werfen. Doch als er die versteckte Bewegung sah, versteifte er sich kurz und begriff was vor sich ging.

Coats Männer und Ashley hatten sich insgeheim irgendwie verständigt, während der Unbekannte durch seine Fragen abgelenkt gewesen war und die Cerberus-Truppen ihrem Anführer lauschten. Doch obwohl Ashley und der Major einen Plan zu haben schienen, war es immer noch reinster Selbstmord gegen die zahlenmäßig überlegenen Cerebrus-Truppen und die Reaper gleichzeitig zu kämpfen.

„Interessant war vor allem, dass einige der Implantate sie teilweise gegen die Indoktrination abzuschirmen schienen, zumindest nach ihrem Zusammenstoß mit dem Reaper-Artefakt im batarianischen Sektor war das nicht nur durch die Tests bestätigt.“
Der Unbekannte zerstreute Shepards Sorgen ein wenig, als er seine Erklärungen weiter ausbaute.

„Diese Information half mir ebenfalls, da ich mich selbst mit ähnlichen Nano-Implantaten ausstattete, zusätzlich zu denen, die ich benutze, um die Reaper zu kontrollieren. Ihre Implantat-Varianten brauchte ich jedoch, um der Indoktrination der Reaper zu wderstehen, ohne dass sie Verdacht schöpften. Tatsächlich haben die Reaper meine Hilfe angenommen, weil sie dachten sie könnten mich kontrollieren, und ich verhielt mich wie sie es wollten. Bis sie, Shepard, auf der Citadel ankamen.“

Der Unbekannte schien nach wie vor gerne seine eigene Stimme zu hören und nahm einen tiefen Zug aus seiner Zigarette, bevor er fortfuhr. Zeit, die Shepard nutzte, um einen Blick mit Ashley zu tauschen. Sie nickte als er seine Augen mehrmals zu den gefangenen Soldaten bewegte und fragend eine Braue hob.
Shepard nickte ebenfalls leicht und stellte sich so, dass sie direkt nach seiner Pistole greifen konnte. Es war Selbstmord, aber was auch immer der Unbekannte vorhatte, war nichts Gutes, und Shepard war ohnehin nicht so weit gekommen um kampflos unterzugehen.
„Das Interessanteste an Ihnen ist jedoch, dass ihre Reaper-Implantate der Sovereign entstammten, und das sie den Kern des Reapers in sich tragen.“ Shepard runzelte die Stirn und sah wieder zu dem Unbekannten, wobei er vermied einen Blick auf seine Brust zu werfen. Fast erwartete er, dass dieser Kern aus seinem Bauch herausragen würde wie ein Geschwür.

„Der Teil des Kerns direkt im Inneren des Reapers war nur so groß wie eine kleine Nuss, er sitzt etwas unterhalb ihrer Rippen, etwas weiter abseits um keine Organe zu gefährden. Doch er ist nicht nur essentiell für den Betrieb ihrer Implantate, auch die Reaper scheinen dafür ein besonderes Interesse zu besitzen. Etwas, dass sie vielleicht im batarianischen Sektor vor dem sofortigen Tod bewahrt hat und etwas, dass das Interesse der Reaper an ihnen über eine verdrehte Art Anerkennung hinaus erklären dürfte.“

Shepard sah dem Vorboten in die Augen, doch dem gefangene Reaper war keine Regung erlaubt und starrte ihn weiterhin an, fast wie als würde er ihn gar nicht sehen.

„Können sie jetzt sehen, warum ich die Reaper kontrollieren und ihr Wissen nutzen möchte? Mit ihrer Hilfe könnte ich sie alle kontrollieren und für das wohl der Menschheit einsetzen! Doch dafür brauche ich, wie ich leider zu spät erfuhr, den Reaper-Kern in ihrem Körper. Sie haben die Wahl, entweder sie helfen mir freiwillig und vielleicht lasse ich sie und Miss Williams gehen, oder sie weigern sich und wir operieren es ohne Vorsicht aus ihnen heraus und lassen sie liegen, wo sie sind damit sie so langsam und schmerzhaft wie möglich für ihre dummen Überzeugungen sterben können.“
Diese Drohung war der letzte Funke der das Feuer entzündete. Und wieder einmal geschah alles gleichzeitig.

Ashley griff nach Shepards Pistole, Major Coats wand sich aus Luzifers Griff, die beiden Turianer griffen sich einen der Cerberus-Soldaten, die beiden Allianz-Soldaten und der Blue Suns-Söldner taten dasselbe während der Geth einen weiteren Feind mit schnellen Schlägen niederstreckte, der Kroganer packte sich gleich zwei, der Salarianer verpasste einem Gegner einen geladenen Stromschlag mit seinem Universalwerkzeug, die Asari schlug mit ihrer Biotik zwei weitere nieder und der quarianische Marine verpasste seinem nächststehenden Gegner eine Kopfnuss mit seinem Helm.
Die Gefangenen gingen zum Angriff über und Shepard griff nach seiner Shotgun.

Ashley gab einen Schuss auf den Unbekannten ab und traf. Der Kroganer zerschmetterte seine Feinde, nutzte ihre Körper als Schilde und schoss mit ihren Waffen eine Lücke in die Reihen der Feinde, während die Asari eine biotische Barriere aufbaute und sich ebenfalls der Waffen ihrer Feinde bemächtigte. Die Allianz-Soldaten und der Söldner bewaffneten sich, während einer von ihnen unter Cerberus-Feuer zu Boden ging. Coats griff nach seiner Pistole und töte drei Feinde mit gezielten Schüssen, die Turianer töteten ihren Gegner, aber einer von ihnen wurde durch einen Kopfschuss getötet und zu Boden geschleudert.

Der Salarianer grillte seinen Gegner, bekam seine Waffe aber nicht rechtzeitig zu fassen und wurde von einem Phantom durchbohrt, bevor er sich wehren konnte, der Geth verlor seine Lichter als er gerade dabei war seinen dritten Gegner im Nahkampf zu töten und ging unter heftigem Feuer ebenfalls zu Boden.Der Blue Suns-Söldner starb als er die Deckung verließ, die zwei Leichen boten und eine Granate warf die fünf Cerberus-Soldaten traf, der letzte Turianer starb als er von dem Phantom aufgespießt wurde und ihr im Gegenzug mit seinen letzten Atemzügen und einem alten Kampfgriff das Genick brach.

Ashley schoss gleichzeitig mit Major Coats und beide trafen den Unbekannten.
Shepard drückte dem immer noch reglosen Vorboten seine Shotgun auf den metallischen Rücken und drückte ab, das Metall dellte sich ein, aber es hielt stand. Die Barriere der Asari schwand und ihr Thermomagazin leerte sich bis beides ihr nichtmehr helfen konnte und sie ebenfalls fiel.
Der Quarianer packte die scharfkantige Scherbe seines gesprungenen Visiers und rammte sie seinem Gegner durch eine Schwachstelle in der Rüstung in den Hals, beide Kontrahenten starben als der Cerberus-Soldat in seinen letzten Zügen seine Pistole in den Körper des Marines entleerte.
Während Major Coats zwei weitere Schüsse auf den Unbekannten abgab kam plötzlich wieder Leben in Luzifers Kontrolleinheit. Der Reaper reagierte sofort und ohne Zögern. Als Coats seinen letzten Schuss abgab und sich zur Seite rollen wollte, schlugen sich die Klauen der Maschine in seinen Hals. Ein grausiges Bild bot sich als der Major röchelnd zu Boden kippte, Lutzifers Klauen ihn ein zweites Mal trafen und ihm den Gnadenstoß gaben.

Der noch stehende Kroganer hatte seine Schilde verloren und bereits mehrere heftige Treffer einstecken müssen, aber dennoch stürzte er sich auf den Mörder. Der Krieger wich dem ersten Schlag der Klauen aus und sprang die Maschine frontal an. Erstaunlich leicht ging er mit ihr zu Boden, doch im Fall bohrten sich die Klauen des Reapers in seine Brust und durchbohrten beide Herzen.

Shepards nächster Schuss auf den Vorboten ließ diesen ebenso kalt wie der erste. Ashley schoss ein letztes Mal auf den Unbekannten, doch der Schuss wurde wie jedes Mal zuvor von einem Schild abgefangen, das ihn wie eine Mauer umgab und selbst Coats und Ashleys gemeinsamen Beschuss standgehalten hatte. Der Unbekannte verzog verärgert eine Mine und winkte rasch mit einer Hand. Ohne dass Shepard überhaupt reagieren konnte sprang der Vorbote auf Ashley zu, packte sie, hob sie in die Luft und warf sie von der Kontrollstation durch das Glas in den kleinen Garten unter ihnen.

Shepard hörte sich selbst schreien und erstarrte für einen Moment während Ashley auf den Boden aufschlug und reglos liegen blieb. Glas fiel auf sie herab und traf sie, während Shepard entsetzt einen Schritt auf den Abgrund zu trat. Doch wie aus dem nichts packten ihn die Klauen des Vorboten und legten sich um seinen Hals, als er erneut in die Luft gehoben wurde. Der Vorbote setzte sich in Bewegung und das Dutzend Cerberus-Soldaten, das noch stand, folgte ihnen.
Als sie bei den Aufzügen ankamen warf der Vorbote ihn in einen von ihnen und trat zusammen mit Luzifer, dem Unbekannten und zwei Cerberus-Centurios ein. Shepard hustete und versuchte zur Besinnung zu kommen, während er hörte wie sich einer der Cerberus-Centurios mit dem Unbekannten unterhielt.

„Ist der Strahl abgeschaltet?“, fragte der Unbekannte dem seine Verärgerung immer noch anzuhören war, während Shepard versuchte seine Schmerzen zu überwinden und nach Atem rang. „Ja, alle Truppen, die noch auf der Erde zurück gelassen wurden, sollten nun seit zehn Minuten tot sein. Mit dem Strahl abgestellt dürfte es nichts mehr geben, was die Reaper davon abhält die Stellungen der Allianz aus dem Orbit zu bombardieren.“

Shepard schloss die Augen und versuchte nicht an sein Team auf der Erde zu denken. Was ihm nicht gelang. In der nun verlassen Ratskammer löste sich der letzte Allianz-Soldat wieder aus seiner Totenstarre als er das summen der Aufzüge hörte. Er setzte seinen gesprungenen Helm ab und humpelte zu Garon um ihn mit Medigel zu versorgen. Der Turianer wagte, wie schon zuvor, kaum zu Atmen als ihn der Soldat – der einzige überlebende von Andersons Trupp - versorgte und dann versuchte Kontakt zu Admiral Hackett aufzunehmen, um von dem Desaster zu berichten, das seinem Trupp zugestoßen war.



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