GamesCom 2011: Unsere Mass Effect 3 Preview 

GamesCom 2011 | GamesCom Preview | E3 2011
Einleitung

Es ist GamesCom. Und als ob das nicht schon Grund genug zur Freude wäre, ist auch noch GamesCom mit einem großen Mass Effect 3 Stand. Grund genug für MassEffect-Universe unsere fleißigen Mitarbeiter nach Köln zu entsenden, um euch mit frischen News zum Spiel zu versorgen. Denn neben verschiedenen Präsentationen ist auf der Messe auch eine Demoversion für die Besucher bereit gestellt worden, sodass sich jeder selbst ein Bild vom Spiel machen kann. Für uns Vorort waren heute Tim Andersson, Sweil, Don-Esteban und Milgo. Letzterer wagte sich für uns durch die Mengen an Fachbesuchern, um exklusiv für MassEffect-Universe Eindrücke vom Spielgeschehen zu erhaschen.
Die gamescom ME3 Demoversion

Milgo spielte das schon von der E3 bekannte Demolevel, indem Shepard zusammen mit Garrus und Liara eine kroganische Prinzessin retten muss, um von ihr wichtige Details über die Geth zu erfahren. Mit von der Partie ist auch unser alter Bekannter Bord-Wissenschaftler aus dem Vorgänger - Mordin Solus - der die Mission unterstützt. Und noch ein alter Bekannter wird wieder Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen: Wrex! Der aus dem ersten Mass Effect bekannte Kroganer ist dem Team die ganze Zeit über Funk zugeschaltet und informiert Shepard über einige Details der Mission.
In der Demoversion wird vor allem das Kampfsystem fokussiert. Dies ist auch der Steuerung anzumerken, die eigentlich schneller von der Hand gehen sollte als im Vorgänger. Denn Shepard kann nun in alle Richtungen eine Kampfrolle machen und so schnell Distanzen überbrücken oder sich in Deckung hechten. Allerdings klappte das nicht immer einwandfrei: So erlebte unser Tester an manchen Stellen, dass Shepard anfing zu hüpfen, anstatt sich hinter einer Deckung wegzurollen. Alles in allem lässt sich aber festhalten, dass sich Mass Effect 3 im Grunde wie sein direkter Vorgänger anfühlt - zumindest, was die Steuerung angeht.
Jedoch anders als sein Vorgänger legt Mass Effect 3 mehr Wert auf das Skillsystem. Wo in Teil 2 das System noch auf drei Grundfähigkeiten und eine Spezialfähigkeit beruhte, welche jeweils in vier Stufen ausgebaut werden konnten, gibt es jetzt sechs Grundfertigkeiten, die in mehrere Stufen unterteilt sind und so eine hohe Charakterindividualisierung gewähren sollen. Nach drei Ausbaustufen gibt es wieder etwas Bekanntes, denn man wird wie in Mass Effect 2 vor die Wahl gestellt , ob man den Schaden der Fähigkeit weiter ausbaut, oder sie gegen eine Gruppe von Gegnern effektiv einsetzbar machen möchte. Eine weitere neue Fähigkeit von Shepard ist die Nahkampfattacke, die als Soldat besonders stark ist und großen Schaden verursacht. Damit man damit nicht gleich jeden Feind ins Jenseits befördert, muss nach jeder Benutzung einige Zeit gewartet werden, bis sie wieder einsatzbereit ist.
Auch in der Gegnervielfalt weiß Mass Effect 3 Neues ins Spieluniversum einzufügen. So tragen so manche Cerberus Soldaten scheinbar unzerstörbare Schilde, hinter denen sie sich verschanzen und Shepards Team angreifen. Diese gilt es zunächst einmal durch Biotik anzuheben, sodass im Zusammenspiel mit einem geschickt positioniertem Team der Gegner von verschiedenen Seiten ins Kreuzfeuer genommen werden kann. Allerdings scheint die Gegner KI seit Mass Effect 2 keine weiteren Fortschritte gemacht zu haben. Zwar agieren die Feinde meistens ganz geschickt und suchen Deckung, teilweise stehen sie jedoch auch schier ohne solche Deckung in der Gegend herum oder laufen direkt ins Feindfeuer.
Die Präsentation durch BioWare

Zum Schluss durfte unser Team noch einer Präsentation von BioWare beiwohnen, die nochmals die auf der gamescom anspielbare Demo zeigt - diesmal jedoch von fachmännischer Hand gespielt. Hier wurde vor allem gezeigt, welche verschiedenen Kampfstile im Gefecht ihre Anwendung finden. So ist es möglich, völlig auf sich allein gestellt aus der Deckung heraus zu operieren, geschickt den Teamkameraden Befehle zu erteilen, sodass der Feind aus verschiedenen Winkeln unter Beschuss genommen werden kann, oder in bester Rambo Manier einfach in die Gegnerhorde zu rennen - je nachdem, auf welche Klasse und dessen Spezialattribute man sich spezialisiert hat. Hier kamen explizit auch Granaten zum Einsatz, die Kenner des Erstens Teils im Zweiten dort schmerzlich vermisst hatten. Weiterhin wurden die Möglichkeiten der Waffenbank thematisiert - ein weiteres Zugeständnis an die Rollenspieler. Hier ist es möglich, seine Waffe durch verschiedene Visiere, Waffenläufe und anderem an die eigene Spiel- und Vorgehensweise anzupassen.
Doch auch die aus den Vorgängern bekannte und meist großartig inszenierte emotionale Tiefe soll in Mass Effect 3 nicht zu kurz kommen. Um dies zu demonstrieren zeigte Bioware noch den Angriff der Reaper auf der Erde. Diese Szene findet zu Beginn von Mass Effect 3 statt, während Commander Shepard sich auf der Erde befindet, um sich vor Gericht für sein Verhalten während des Mass Effect 2 DLCs "Arrival" zu verantworten. Der Angriff der Reaper kommt völlig unerwartet, sodass die Streitkräfte völlig überrumpelt zur Gegenwehr ansetzen. Auch die Geth mischen bei diesem Angriff kräftig mit und zerstören Schiff um Schiff der Allianz. Wir als Commander Shepard befinden uns mit unserem alten Mentor Andersson auf der Flucht und versuchen verzweifelt die Normandy zu erreichen.
Während wir durch die Stadt sprinten stürzt um uns herum ein Gebäude nach dem anderen in sich zusammen und nur mit Glück entgehen wir den Trümmern. Weiterhin haben die Reaper neue Diener erschaffen, eine Kreuzung aus Alien und Reapertechnologie, die Shepard und Andersson quer durch die Stadt verfolgen. Schließlich gelingt es unserem Helden aber doch sich in einem Gebäude zu verschanzen und kurz Luft zu holen. Dort bemerken wir in einem Luftschacht eine Bewegung - und sind sofort auf der Hut! Doch die vermeintliche Gefahr entpuppt sich schließlich als ein kleiner Junge, der im Lüftungssystem Schutz vor dem Angriff fand. Verzweifelt versucht Shepard nun den Jungen aus dem Lüftungsschacht herauszuholen, um ihn in Sicherheit zu bringen, doch der Junge weigert sich. Letztlich werden Shepard und Andersson gezwungen weiter zu ziehen und schaffen es in letzter Sekunde zur Normandy vorzudringen. Während Andersson zurückbleibt, um den eigentlich schon verlorenen Kampf weiterzuführen und Widerstand um sich zu scharen, begibt Shepard sich auf sein Schiff und sieht, wie der kleine Junge aus dem Lüftungsschacht in ein weiteres Shuttle einsteigt. Doch als sich die Luke langsam zu schließen beginnt, wird das Shuttle des Jungen von den Geth getroffen und explodiert in einem gleißenden Feuerball.
Fazit

Mass Effect 3 erfindet sich nicht völlig neu - und das ist auch sehr gut so. Der dritte Teil der Serie weiß sich auf die Stärken seiner beiden Vorgänger zu besinnen und diese geschickt zu kombinieren. Die Möglichkeiten den Charakter zu individualisieren ist zwar nicht so komplex wie im ersten Teil, jedoch wesentlich umfangreicher als in Mass Effect 2. Die Kämpfe spielen sich gewohnt flott und das Squadsystem funktioniert genauso einwandfrei wie in den Vorgängern. Graphisch macht Mass Effect 3 ebenfalls einen kleinen Sprung nach vorne. BioWare erklärte jüngst, sein Spiel einer möglichst breiten Zielgruppe zugänglich zu machen, sodass Rollenspieler und Shooter-Fans mit Mass Effect 3 auf ihre Kosten kommen dürften. Ob ihnen dieser Spagat jedoch gelingt bleibt abzuwarten, war doch noch zu wenig von den Rollenspielelementen im Einzelnen zu sehen. Ebenfalls wissen wir nach wie vor nur wenig über die Geschichte und dem Schicksal der Weggefährten von Commander Shepard. Ob sich die getroffenen Entscheidungen in Mass Effect und Mass Effect 2 wirklich so gravierend auf den Spielverlauf auswirken wie von BioWare angekündigt bleibt ebenso abzuwarten wie das Versprechen nach tiefgründigen Dialogen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass BioWare den Spagat schaffen wird und mit Mass Effect 3 einen würdigen Abschluss der Commander-Shepard-Trilogie finden wird.




















